Skip to main content

Wie funktioniert ein Aktiendepot?

Um mit Aktien, Fonds oder Anleihen zu handeln, wird ein Wertpapierdepot benötigt. Dieses kann man bei einer Direktbank oder der Hausbank eröffnen (10 Tipps die du bei der Eröffnung eines Depots beachten solltest). Das Wertpapierdepot funktioniert ähnlich einem Girokonto. Sie kaufen Aktien und diese werden anschließend automatisch digital in dein Aktiendepot gelegt. Um diese zu verkaufen, platziert man eine Verkaufsorder und wählt die Börse aus. Verkauft wird zumeist über ein bekanntes Handelssystem wie Xetra. Der dafür erforderliche Betrag wird vom Referenzkonto, Verrechnungskonto oder Girokonto abgebucht. Werden Wertpapier verkauft, wird der Erlös wieder zurückgebucht.

Wie funktioniert ein Aktiendepot

Wer am Anfang nicht sofort handeln möchte, kann sich auch ein virtuelles Musterdepot anlegen. So kann sich jeder Anfänger mit dem Handel von Wertpapieren vertraut machen. Natürlich sind die erzielten Gewinne dann auch keine realen Gewinne. Ein Aktiendepot kann bei einer Hausbank zumeist innerhalb von zwei Tagen angelegt werden. Bei einem Aktienbroker oder einer Direktbank dauert es nur unwesentlich länger.

Welche Broker bieten ein Aktiendepot an?

Welche Broker bieten ein Aktiendepot an

Die Hausbank bietet immer die Führung eines Aktiendepots an. Die Kosten sind etwas höher als bei einem Direktbroker. Die bekanntesten Onlinebroker sind flatex, Consorsbank!, comdirect, Cap Trader, S broker, ING, 1822direkt, Smartbroker, maxblue, TargoBank und LYNX. Man sollte darauf achten, dass ein Handel an allen Deutschen und US-Börsen möglich ist. Ebenso ein außerbörslicher Handel und mobiles Trading. Weitere Kriterien sind deutsche Einlagensicherung, günstige Depotführung, kein Ausgabeaufschlag für die meisten Fonds und gebührenfreie Dividendenauszahlungen.

Welche Vorteile hat ein Aktiendepot bei der Hausbank?

Welche Vorteile hat ein Aktiendepot bei der Hausbank

Auch die Volksbank, Raiffeisenbank oder Sparkasse bieten ein Aktiendepot an. Die Hausbank bietet hierbei einen besseren Service und berät telefonisch, per E-Mail oder persönlich. Dieser Service hat seinen Preis. Vor allem für Anfänger kann sich ein Aktiendepot bei der Hausbank lohnen. Nachteile sind höhere Konditionen beim Ankauf und Verkauf der Aktien

Wo Aktiendepot am besten eröffnen? Was kostet mich ein Aktiendepot?

BIP Vorteil

Der einfachste Weg ist die Eröffnung eines Aktiendepots bei seiner Hausbank. Wer öfter handelt und bereits Erfahrungen mit dem Aktienhandel gesammelt hat, kann auch zu einer Depotbank oder einem Direktbroker wechseln. Denn es fallen beim Aktienkauf Depotgebühren, Transaktionskosten und Börsenspesen an.

Die Raiffeisenbank verlangt pro Kauf/Verkauf für Aktien über den Berater 10 Euro zzgl. 0,75 Prozent vom Kurswert. Eine Depotbank ungefähr 5 Euro Grundentgelt und 0,25 Prozent Orderprovision. Zumeist ist die maximale Provision auf 60 Euro begrenzt. Auch bei der Depotführung sind Aktienbroker günstiger. Denn vielfach wird die ersten drei Jahre nichts verlangt und anschließend nur 2 Euro im Monat.

Was passiert mit dem Aktiendepot wenn Bank pleite geht? Wie sicher sind Aktiendepots?

Wie sicher sind Aktiendepots

Eine Aktie ist ein Anteil an einer Aktiengesellschaft. Das Eigenkapital des Unternehmens wird durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien geteilt. Als Aktionär einer AG verfügt man über ein Verwaltungsrecht und Vermögensrecht. Deshalb schütten die Unternehmen auch Dividenden aus, um die Aktionäre am Gewinn zu beteiligen. Der Aktionär verdient also neben der Dividende durch steigende Aktienkurse am Unternehmen.

In der EU sind Spareinlagen von Bankkunden bis zu 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Darüber hinaus greift der Einlagensicherungsfond. Wertpapiere fallen nicht unter die Einlagensicherung. Dies ist allerdings im Krisenfall keine schlechte Nachricht. Denn die Aktien sind dein Eigentum und gehören nicht der Bank. Die Bank oder der Aktienbroker verwalten nur treuhänderisch die Aktien. Man kann also zu jeder Zeit die Herausgabe der Aktien verlangen.

Deshalb gehen auch Aktien und Fondsdepots nicht in die Insolvenzmasse einer Bank ein. Denn es ist ein Sondervermögen, dass Du ohne Probleme zu einer neuen Bank übertragen kannst. Im Fall einer Insolvenz der Bank oder des Aktienbrokers hat der Eigentümer nach §985 BGB und §47 InsO einen Herausgabeanspruch. Arbeitet die Depotbank nicht mehr, so kann die BaFin den Institutswechsel anordnen. Auch bei Fonds gilt die gleiche Regel. Es handelt sich um Anlegergelder in Form eines Sondervermögens, die im Fall einer Insolvenz der Investmentgesellschaft geschützt sind.

Wer sein Depot im Ausland führt, muss das dortige Recht beachten. Da ausländische Depotbanken oft Konditionen und Bedingungen haben die schwer zu durchschauen sind, sollte man auf deutsche Banken setzen.

Wie kann man sein Aktiendepot absichern?

Wie kann man sein Aktiendepot absichern

Es gibt mehrere Möglichkeiten sein Aktiendepot gegen hohen Verlust abzusichern. Die Banken bieten als erste Möglichkeit die Stopp-Loss-Order und Trailing-Loss-Order an.

Bei der Stopp-Loss-Order erteilt man der Bank den Auftrag, die Aktien zu verkaufen, wenn diese einen bestimmten unteren Kurs erreicht haben. Fällt der Kurs unter den vorher gesetzten Wert, so werden die Aktien verkauft. Hat den Vorteil, dass man seine Aktien nicht täglich beobachten muss. Aber den Nachteil, dass unter Umständen bei einer sehr schlechten Nachricht der Kurs schlagartig um 20 Prozent absinkt und sich im Laufe des Tages wieder erholt. Man hat dann jedoch bereits verkauft. Die Stopp-Loss-Order wird von Privatkunden am häufigsten genutzt. Denn man kann in Sekunden auf einfache Art sein Depot vor einem großen Verlust absichern.

Wer erbt das Aktiendepot?

Wer erbt das Aktiendepot

Durch ein Testament oder einen Pflichtanteil erbt man unter Umständen später ein Aktiendepot. Hierbei sollte man jedoch berücksichtigen, dass der Depotwert am Tag des Todes der Steuer unterliegt. Mit dem Testament und Erbschein kann man das Eröffnungsprotokoll beantragen. Das Finanzamt weis zu diesem Zeitpunkt bereits von den Aktien und wird das Depot als zu versteuernden Wert beim Erben ansetzen. Man wird sich nun fragen, wo das Problem von geerbten und vollständig bezahlten Aktien liegt. Es kann nämlich, wie im Fall von Corona im März 2020 sein, dass man Anfang März ein hohes Aktiendepot geerbt und das Erbe angenommen hat. Kurze Zeit später war das Depot durch die Corona-Krise nur noch knapp 50 Prozent wert. Das Finanzamt berechnet den Wert jedoch zum Zeitpunkt des Todes. Als Erbe benötigst Du auch noch einige Zeit, bis das Depot übertragen wird und man darüber verfügen kann. Hierbei spielt der Erbschein die zentrale Rolle. So kann es mehrere Wochen dauern, bis man Zugriff auf das Aktiendepot erhält. Steht jedoch bereits im vollen Risiko. Im schlimmsten Fall sind die Steuerforderungen so hoch wie der Wert der Aktien, die sich noch im Depot befinden.

BIP Wichtig

Eine Lösung wäre, bereits zu Lebzeiten noch Vorkehrungen zu treffen und eine Bevollmächtigung an potenzielle Erben über das Aktiendepot auszustellen. Die Vollmacht kann so formuliert werden, dass die Verfügungsvollmacht erst mit dem Tod des Vollmachtgebers auf den Bevollmächtigten übergeht. Das Erbe ausschlagen wäre keine sinnvolle Option, wenn noch weitere Vermögenswerte vorhanden sind. Denn dann würde man die komplette Erbschaft ausschlagen.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!