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Was ist die Schufa?

Der Begriff Schufa steht für "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung". Die Schufa ist eine in Deutschland ansässige Holding in Form einer Aktiengesellschaft. Anfangs war die Schufa ein Regionalverein in Berlin, der im Jahr 1927 als "Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung" gegründet wurde. Der vorrangige Zweck dabei war es, die Erfahrungen von Unternehmen untereinander auszutauschen und auf diese Weise besser einschätzen zu können, welche Firmen gute und welche eher schlechte Geschäftspartner sind.

Was ist die Schufa

2000 wurde das Unternehmen als Aktiengesellschaft notiert und 2002 wurden die acht zuvor selbstständig agierenden Regionalgesellschaften in einer Holding zusammengefasst, die so auch heute noch besteht. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit privater Schuldner in Deutschland und ist die größte derartige Organisation hierzulande. Seit 2004 bietet die Schufa denselben Service auch für Unternehmen an, damit Geschäfte zwischen Firmen durch das Kennen der jeweiligen Bonität sicherer werden.

BIP Wichtig

2000 wurde das Unternehmen als Aktiengesellschaft notiert und 2002 wurden die acht zuvor selbstständig agierenden Regionalgesellschaften in einer Holding zusammengefasst, die so auch heute noch besteht. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit privater Schuldner in Deutschland und ist die größte derartige Organisation hierzulande. Seit 2004 bietet die Schufa denselben Service auch für Unternehmen an, damit Geschäfte zwischen Firmen durch das Kennen der jeweiligen Bonität sicherer werden.

2005 wurde das Internetportal meineSCHUFA.de online gestellt, über das auch einmal im Jahr eine kostenlose Auskunft über die eigene Bewertung durch die Schufa möglich ist (genauere Informationen hierzu sind weiter unten zu finden).

Im Jahr 2008 gründete man den Schufa Verbrauchter-Beirat, der sich aus mehreren Experten aus den Bereichen Unternehmen, Verbände, Politik, Wissenschaft und Institutionen zusammensetzt. Dieser Beirat hat vor allem den Zweck, Verbraucherthemen an die Schufa heranzutragen und unabhängige, unvoreingenommen Diskussionen über diese zu führen.

Ebenso wurde das sogenannte Schufa-Ombudsmann Verfahren etabliert, bei dem Schufa als neutraler Schlichter zwischen zwei Parteien vermittelt. Die Schufa ist die einzige Auskunftei mit einem derartigen Modell. Strittige Vorgänge, Differenzen und Missverständnisse sollen damit unabhängig geklärt und diplomatisch gelöst werden. Die Schufa bietet dieses Verfahren als Dienstleistung für ihre Kunden an.

Die Anteile an der Schufa sind wie folgt verteilt: Kreditbanken halten 34,7 % Kreditbanken, Sparkassen 26,4%, Privatbanken 17,9%, Genossenschaftsbanken 7,9% und Handelsunternehmen und Andere 13,1%. Daraus ist deutlich absehbar und auch logisch erklärbar, dass besonders für Banken aller Art die Daten und Scores der Schufa von großer Bedeutung sind.

Im Zuge eines streng reglementierten Verfahrens haben Unternehmen die Möglichkeit, Vertragspartner der Schufa zu werden.

Dr. Michael Freytag ist seit 2010 Vorsitzender des Vorstands der Schufa, der aktuell aus fünf Personen besteht. Dem Aufsichtsrat sitzt Michael Breuer seit dem Jahr 2019 vor. Derzeit arbeiten rund 900 Personen für die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung.

Was macht die Schufa?

Was macht die Schufa

Die Schufa analysiert das Zahlungsverhalten von natürlichen und juristischen Personen in der Vergangenheit bis zur Gegenwart und erstellt darauf aufbauend Prognosen, wie sich das Zahlungsverhalten dieser Personen in der Zukunft am wahrscheinlichsten entwickelt. Danach werden die Daten in Zahlenwerte übersetzt und ein sogenannter Score zwischen 1 und 100 vergeben. Das System des Scoring wird nachfolgend genauer beschrieben.

Vor allem Unternehmen greifen auf die Informationen und Auskünfte der Organisation zu, um auf diese Weise die Bonität potenzieller oder bestehender Kunden zu prüfen.

Laut eigenen Angaben gehen täglich über 270.000 und im Durchschnittsjahr mehr als 165 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen bei der Schufa ein. Von dem jährlichen Pensum werden rund 2,5 Millionen der Anfragen von Verbrauchern gestellt, die ihre eigenen Dateien einsehen möchten.

In erster Linie stammen die Anfragen jedoch von Banken, die auch die größten Anteilseigner an der Organisation darstellen. Auch Telekommunikations- und Handels-Unternehmen, die sich absichern wollen ob potenzielle Kunden Verträge bedienen können, gehören zu den häufigsten Nachfragern von Schufa Auskünften. Sie erfragen die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Krediten oder die Wahrscheinlichkeit für die Nichtbedienung von Verträgen, bevor die Kredite dann letztlich gegeben und die Verträge unterschrieben werden.

Eine relevante rechtliche Einschränkung ist hierbei allerdings, dass diese Auskünfte nur mit Genehmigung eingeholt werden dürfen. Aus diesem Grund benutzen Banken oder andere Unternehmen, für die eine hohe Kreditwürdigkeit wichtig ist, entsprechende Klauseln in Verträgen.

Was speichert die Schufa?

Was speichert die Schufa

Die Schufa besitzt und speichert Informationen zu über 65 Millionen natürlichen Personen und rund sechs Millionen juristischen Personen, also Unternehmen.

Insgesamt verfügt die Schufa damit über mehr als 940 Millionen Einzeldaten, die für die finalen Auskünfte verarbeitet werden.

Zum einen speichert die Schufa sämtliche persönliche Informationen, darunter zählen: Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, Geburtsort und unter Umständen Geburtsnamen der Privatpersonen. Zum anderen sind es die aus finanzieller Sicht relevanten Daten, nämlich: die Zahl der eröffneten Konten, sämtliche laufende Verträge, Bürgschaften, offene Forderungen und ausgegebene Kreditkarten.

Beispielhaft für die Verträge, die die Schufa einsehen kann, sind Handy-, Leasing- oder Kredit-Verträge.

BIP Vorteil

Sensiblere Informationen wie das aktuelle Einkommen und die Arbeit, der die Person derzeit nachgeht, werden allerdings nicht in den Dateien der Schufa gespeichert.

Das bedeutet damit auch, dass Personen mit hohem Einkommen trotzdem einen schlechten Schufa Wert haben können. Im Umkehrschluss können Personen mit niedrigem Einkommen, die ihre Verbindlichkeiten aber immer bedienen, einen entsprechend höheren Schufa Wert haben.

Des Weiteren wird bei den Schufa Auskünften zwischen Positivinformationen und Negativinformationen unterschieden. Die Positivinformationen bescheinigen pünktliche Bedienungen von Verbindlichkeiten und stellen die entsprechende Person oder das entsprechende Unternehmen damit als solventen und guten potenziellen Geschäftspartner da. Die landläufig besser bekannten Negativinformationen bezeichnen Faktoren wie das Verpassen von fristgerechten Zahlungen. Sie deuten daher auf ein größeres Risiko hin, das eine Geschäftsbeziehung mit der betroffenen Person bergen würde.

A-Vertragspartner der Schufa wie Banken, Kreditkartenunternehmen und Leasing-Gesellschaften erhalten Positiv- und Negativinformationen. B-Vertragspartner wie Handels-, Immobilien- und Telekommunikationsunternehmen erhalten ausschließlich Negativmerkmale. F-Vertragspartner wie Inkassounternehmen erhalten nur Adressdaten von Natürlichen Personen, die ausdrücklich der Weitergabe ihrer Daten zugestimmt haben.

Im Normalfall werden die meisten Daten drei Jahre lang gespeichert. Eine Ausnahmesituation stellt in dem Fall eine Privatinsolvenz dar, die zwischen drei und sechs Jahre dauert. Eine solche wird länger gespeichert, bis zu vier Jahre nach Überstehen der Insolvenz.

Die Datenspeicherung der Schufa fällt unter das in Deutschland bestehende Datenschutzgesetz, seit die internen Karteien auf elektronische Datenspeicherung umgestellt wurden.

Die Schufa ermittelt die Daten, die sie für ihre Auskünfte nutzt, nur teilweise selbst. Es werden auch öffentliche Bekanntmachungen oder öffentliche Register genutzt, so zum Beispiel Schuldnerverzeichnisse oder Informationen von Amtsgerichten. Ebenso arbeitet die Schufa mit Informationen, die ihnen von Banken und anderen Vertragspartnern über ihre Kunden zur Verfügung gestellt wurden.

Folgende Kürzel werden von der Schufa verwendet, um relevante Merkmale zu kennzeichnen:

  • GI: Girokonto
  • CC: Kreditkarte
  • TK: Telekommunikationskonto
  • SU: Suchauftrag
  • IA: Insolvenzantrag
  • CA: Kreditkarte in Abwicklung
  • WS: Widerspruch

Immer wieder kommt es zu Fällen, bei denen eigentlich solvente Personen Kredite verweigert bekommen oder von Vermietern aussortiert werden. Das kann daher kommen, da laut den Informationen und Auskünften, die die Schufa ausgibt, noch offene Forderungen ausstehen, die bereits beglichen sein sollten. In diesen Fällen hat man selbstverständlich das Recht, sich an die Schufa zu wenden und eine Änderung der Daten zu verlangen.

Was ist der Schufa Score?

Was ist der Schufa Score

Der Schufa Score ist ein numerischer Wert und bedeutsam, um Kredite zu erhalten und bestimmte Verträge abschließen zu können. Im Allgemeinen liefert der Schufa Score einen Schätzwert, wie wahrscheinlich ein Schuldner einen Kredit bedient. Die Schufa errechnet den Score auf Basis des vergangenen Zahlungsverhaltens mit Zuhilfenahme von Daten aus öffentlichen Registern und Bekanntmachungen. Der exakte Prozess ist jedoch ein Geschäftsgeheimnis.

Es gibt Bewertungen zwischen 1 und 100, wobei kein idealer Wert benannt werden kann. Generell kann jedoch festgehalten werden, je näher der Wert an 100 ist, desto besser.

Eine Ausnahme stellt hier der Wert 1 dar. Dieser wird auch an Personen vergeben, für die keine Daten existieren oder die kürzlich umgezogen sind aber noch nicht umgemeldet wurden.

Zusätzlich kann erwähnt werden, dass ein Score unter 50 als sehr kritisch gilt und man unter diesen Bedingungen kaum mehr Kredite oder Verträge bekommen wird.

Die Schufa selbst gibt an, je nach Branche unterschiedliche, angepasste Scores zu vergeben. So würden beispielsweise Banken einen anderen Wert errechnet bekommen als Mobilfunkanbieter und diese wiederum einen anderen als Versicherungen.

Das Modell des Scoring soll vor allem dazu dienen, die Anzahl an Kreditausfällen so weit wie möglich zu drücken. Das soll einerseits den Unternehmen und Gläubigern helfen. Andererseits aber auch den Kunden, um hohe Kreditkosten zu vermeiden, die anfallen würden wenn Unternehmen und Banken im Besonderen zu viele Kreditausfälle zu beklagen hätten.

Wie erhalte ich eine kostenfreie Schufa Auskunft?

Wie erhalte ich eine kostenfreie Schufa Auskunft

Die Schufa ist seit dem ersten April 2010 dazu verpflichtet, jedem Bürger einmal im Jahr eine kostenfreie Auskunft zu erteilen. Offiziell „Datenübersicht nach § 34 BDSG“ genannt, ist die Auskunft über die eigene Schufa Bewertung eine bedeutsame Möglichkeit, um nachzuvollziehen, weshalb beispielsweise Probleme bei Kreditanfragen aufgetaucht sind.

Im Detail beinhaltet die Selbstauskunft:

  • Eine Datenkopie aller persönlich gesammelten Daten sowie sämtliche Daten aus bisherigen Geschäftsvorgängen;
  • Eine Nennung der Quellen, aus denen die dort aufgelisteten Daten stammen;
  • Eine Auflistung Dritter, die Auskünfte über die Daten von der Schufa erhalten haben;
  • Eine Auskunft über den aktuellen persönlichen SCHUFA-Score, getrennt nach einzelnen Branchen wie Banken, Telekommunikation und dergleichen.

Das schrittweise Vorgehen, um seine Selbstauskunft anzufragen, sieht folgendermaßen aus:

Zuerst muss man die Webseite der Schufa unter https://www.schufa.de aufsuchen. Im Folgenden ist die Selbstauskunft etwas schwer zu finden. Man muss in dem Fall nämlich nach der "Datenkopie" suchen, was dem kostenlosen Angebot entspricht, das einmal im Jahr besteht. Dort findet man ein Bestellformular, welches in der kostenfreien Variante lediglich die Datenkopie ohne weitere Zusatzfunktionen enthält. Dann muss man den "Bestellen" Button betätigen. Man wird zu einem Formular weitergeleitet, hier muss man seine persönlichen Daten sowie die Adresse angeben. Dann kann das Formular abgeschickt werden und man erhält die Informationen über die persönlichen Schufa Daten.

Zusätzlich bietet die Schufa auch eine kostenpflichtige Auskunft an. meineSCHUFA kompakt ist für 3,95 €, meineSCHUFA plus für 4,95 € und meineSCHUFA premium für 6,95 € monatlich erhältlich, was einige Vorteile mit sich bringt. Generell muss aber überlegt werden, ob nicht auch eine einmalige Auskunft reicht, um sich einen Überblick über die Einschätzung der persönlichen Bonität zu machen.


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