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Wann steige ich in eine Aktie ein?

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Der einfache gleitende Durchschnitt

ntv

„Um als Investor erfolgreich zu sein, benötigst du ein paar wenige große Gewinner. Sie werden die Verluste der Verlierer überragen.“ Peter Lynch

Nicht ohne Grund wird in diesem Teil des Buches der gleitende Durchschnitt als erster Indikator beschrieben, denn der Simple Moving Average ist einfach zu konstruieren, kann vielseitig eingesetzt werden, unterliegt keinen Subjektiven Interpretations-Spielräumen und bildet die Grundlage vieler Trendfolgesysteme.

BIP Wichtig

Wichtig: Das Wort „Trendfolgesystem“ impliziert bereits, dass dieser Indikator in trendlosen Phasen unbrauchbar ist, aber das wird im Buch zu einem späteren Zeitpunkt noch behandelt.

Neben dem einfachen gibt es noch den gewichteten, exponentiellen, variablen und triangularen „Gleitenden Durchschnitt“. Jeder dieser Arten muss hier nicht beschrieben werden, da dies nicht der Intention des Buches entspricht.

Als Anleger ist es wichtig einige gute Indikatoren zu kennen und diese perfekt zu beherrschen.

Gleitender Durchschnitt-chart-Infineon

Der einfache Gleitende Durchschnitt errechnet sich aus der Addition der auftretenden Schlusskurse im Beobachtungszeitraum und der anschließenden Division durch die Anzahl der Schlusskurse.

Einfach gesprochen, stellt der Simple Moving Average das arithmetische Mittel der Basiskurse im betrachteten Zeitraum dar. Das Wort gleitend (Moving) weist darauf hin, dass der jeweils älteste Kurs bei der Bildung eines neuen Schlusskurses herausfällt.

Die Berechnung und Zeichnung in den Chart übernimmt das Charttool, trotzdem sollte der Anleger die einzelnen Schritte kennen und nachvollziehen können. Ein Großteil der Chartprogramme nutzt zur Berechnung des Moving Averages den jeweiligen Schlusskurs des Tages. Es sind aber auch andere Konzepte denkbar. Manche Analysten benutzen anstelle des Schlusskurses den Mittelwert einer Handelsperiode. Die Handelsspanne lässt sich durch die Subtraktion von Höchst- und Tiefstkurs ermitteln. Anschließend wird der Wert durch zwei dividiert. Andere Anleger kombinieren die gerade vorgestellte Methode mit dem Schlusskurs, indem sie den Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs addieren und durch die Zahl Drei teilen.

SMA Formel

Die Sensivität der Glättungslinie gegenüber Trendwechseln nimmt mit der Wahl eines höheren „n“ ab. Ein gleitender Durchschnitt auf Basis von 20 Tagen wird eine Trendumkehr schneller erkennen, als ein Moving Average auf Basis von 200 Tagen. Dafür generiert ein 20-Tage-Durchschnitt mehr Fehlsignale.

Zur Veranschaulichung wurden die Schlusskurse des Aktienkurses von Infineon über einem Zeitraum von fünf Tagen notiert und daraus der einfache gleitende Durchschnitt errechnet.

SMA Kurstabelle
SMA Gleitenden Durchschnitt berechnen

Am 10.08.2012 befand sich der Schlusskurs über dem Kurs des gleitenden Durchschnitts. Charttechniker würden das positiv bewerten.

Der einfache gleitende Durchschnitt als Handelssystem

Carsten Zimmer, Researchmanager bei der Deka Investment GmbH führte in seinem Buch „Anwendung technischer Indikatoren auf simulierte Finanzreihen“ Backtests sowohl auf den Deutschen Aktienindex als auch auf simulierte Finanzreihen durch. Seine Tests und Ergebnisse werden Sie in diesem Kapitel ständig begleiten. Der Zeitraum für den Backtest auf den DAX beginnt am 14. Dezember 1999 und endet am 19. Juli 2002.

Nach 500 Börsentagen erwirtschaftete das SMA-Handelssystem einen Profit von 0,2 Prozent. Insgesamt wurde in diesem Zeitraum 254 Trades durchgeführt und der Gewinn wurde nicht reinvestiert, sondern auf ein unverzinstes Konto gelegt. Hätte der Anleger im gleichen Zeitraum die Gewinne sofort reinvestiert, hätte er eine Performance von knapp 1,1 Prozent erwirtschaftet. Carsten Zimmer wählte einen 2-Tage-SMA aus, was im Grunde nicht empfehlenswert ist, da zu viele Fehlsignale generiert werden und der Anleger an starken Trends nicht wirklich partizipiert. Die Auswertung der Daten hat gezeigt, dass der SMA in trendlosen Phasen nicht gut funktioniert, denn in dieser Zeit nimmt die Häufigkeit von Fehlsignalen drastisch zu.

Tushar S. Chande stellt in seinem englischsprachigen Buch „Beyond Technical Analysis“ das anfänglich etwas kryptisch klingende Handelssystem 65sma-3cc vor. Es handelt sich hier um einen 65-Tage-Simple-Moving-Average, der erst ein Signal generiert, wenn der Schlusskurs drei Tage lang über oder unter dem SMA notiert. Dadurch wird das Auftreten von Fehlsignalen minimiert, da ein Aufwärtstrend erst dann als solcher gehandelt wird, wenn der Kurs dreimal hintereinander oberhalb des 65-Tag-SMA schließt.

Das System handelte nur Long-Signale und stieg zum nächsten Handelstag billigst in den Markt ein. Gehandelt wurden Endloskontrakte im Zeitraum vom ersten Januar 1975 bis zehnten Juli 1995. Die Strategie wurde in 21 Märkten getestet (Kaffee, Gold, Silber, Yen…). Es wurde keine Risikovorsorge in Form von Stopp-Kursen getroffen. Gebühren und Kommissionen wurden ebenfalls nicht berücksichtigt

BIP Vorteil

Wichtig: Die durchschnittliche Trefferquote lag bei 55 Prozent. Es waren also 55 Prozent der generierten Long-Signale profitabel und somit Gewinnertrades. Mit Durchschnittlich 46,5 Prozent Gewinnertrades schließt Silber am schlechtesten beim Test ab. Besonders hohe Trefferquoten erzielte das System in Währungspaaren.

Im nächsten Schritt prüfte der Autor Chande das 65sma-3cc-System in 23 Märkten und rechnete pro Trade 100 US-Dollar an Gebühren und Kommission ein. Das Ergebnis ist sehr beeindruckend, denn obwohl auch dieses System aus Risikogesichtspunkten nicht optimiert wurde, erzielte jeder der 2.400 Trades einen durchschnittlichen Gewinn von 558 US-Dollar. Im Mittel schlossen 34 Prozent der Trades im Gewinn. 19 der 23 betrachteten Märkte waren profitabel. Besonders erfolgreich funktionierte das System beim japanischen Yen. In der Währung waren 47 Prozent der Trades erfolgreich und der theoretische Gewinn zwischen Dezember 1976 und Juli 1995 (Für die Währung waren ab Ende 1976 Daten verfügbar) lag bei 143.425 US-Dollar. Der höchste Tagesverlust lag bei 12.963 US-Dollar.

Tushar S. Chande kam zum Entschluss, dass sich ein System basierend auf einen 65-Tage-Gleitenden-Durchschnitt bereits ohne große Optimierungsmaßnahmen lohnt. Die Auswertung der Studie ergab, dass lediglich vier Prozent der ausgeführten Trades Gewinne größer als 5.000 Euro erzielten. Es ist in einem Trendfolgesystem aus diesem Grund ratsam nicht zu früh aus einem Trade auszusteigen, sonst verpasst der Anleger die wirklich großen Gewinne.

Eine andere Studie führt William Gordon durch. Er testete zwischen 1917 und 1967 den 200-Tage-Gleitenden-Durchschnitt auf den Dow Jones Industrial Average und kam dabei zu einem beeindruckenden Ergebnis. Im Durchschnitt erwirtschaftete das Handelssystem eine jährliche Rendite von 18,5 Prozent. Gekauft wurde, wenn der gleitende Durchschnitt von unten nach oben durchbrochen wurde und erneut die 200 Tage-Linie berührte. Bei einem Sell ging er umgekehrt vor. Durch diese Vorgehensweise konnte das Auftreten von Fehlsignalen auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Das Handelssystem des einfachen gleitenden Durchschnitts erprobte Michael McDonald im Zeitraum von 1929 bis 1998 auf den S&P 500. Die Ergebnisse veröffentlichte er in seinem Buch „Predict Market Swings with Technical Analysis“ und er konnte herausarbeiten, dass der 130 Tage-SMA mit am besten funktionierte. Mit einer durchschnittlichen Performance von 12,5 Prozent schlug der gleitende Durchschnitt den Referenzwert um 2,2 Prozent. In den betrachteten 70 Jahren erwirtschaftete die Buy and Hold Strategie im S&P 500 lediglich 10,3 Prozent pro Jahr. Eine Übersicht seiner Ergebnisse finden Sie in der folgenden Grafik.

SMA Gleitender Durchschnitt-Studie Michael Mc Donald

Wie tückisch die Chartanalyse sein kann, soll mit Hilfe der Ergebnisse des Österreichers Clemens Liepert und seiner Diplomarbeit „Wegweiser für Investoren zur Analyse des deutschen Aktienmarktes“ geklärt werden. Liepert untersuchte im Zeitraum von 2008 bis 2010 drei Unternehmen aus der Automobil-, Pharma- und Versorger-Branche (Es kamen dabei nur Konzerne aus dem deutschen Aktienindex in Frage).

Die maximale Haltedauer pro Aktie beträgt zwölf Monate. Sollte in einem Jahr kein Verkaufssignal generiert werden, wird das entsprechende Investment zum 30.12. des aktuellen Jahres glattgestellt. Die Aktienauswahl wurde nicht willkürlich getätigt, sondern es wurde jedes Jahr das Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung als Vertreter der entsprechenden Branche ausgewählt. Für die Jahre 2008,2009 und 2010 wurde deshalb EON als Branchenprimus der Energieversorger ausgesucht. In der Pharmabranche war Bayer über die drei Jahre das Unternehmen mit der höchsten Kapitalisierung am Markt. Einzig in der Automobilbranche wurde 2009 Daimler vom Volkswagenkonzern abgelöst. 2010 gelangen die Stuttgarter aber wieder zurück an die Spitze.

BIP Wichtig

Wichtig: Der gewählte Zeitraum entspricht ebenfalls einer Logik. Der Österreicher definierte eine Baisse, als einen 20-Prozentigen-Kursrückgang im DAX. Analog dazu wurde eine Hausse als ein 20-Prozentiger-Kursanstieg im Leitindex definiert. Stieg oder fiel der Kurs nicht mehr als 20 Prozent, wird von einer Konsolidierung gesprochen.

Nach diesen Voraussetzungen befand sich der Markt 2008 in einer Baisse, 2009 in einer Hausse und 2010 in einer Konsolidierung. Ich persönlich hätte 2010 als eine Fortführung des Bullenmarktes von 2009 definiert. Schließlich stieg der DAX 2010 um 15,71 Prozent.

Es wurden Transaktionskosten in Höhe von zwei Prozent für den Kauf und Verkauf des Wertpapiers berücksichtigt. Die Verluste wurden mit einem Stopp-Kurs bei minus acht Prozent begrenzt. Inklusive Transaktionsgebühren ergibt sich pro Kauf und Verkauf ein maximaler Verlust von zehn Prozent. Auf die Abgeltungssteuer und die Inflation verzichtete der Autor in seinen Backtests. Die Orders zu den erzeugten Signalen werden zum jeweiligen Schlusskurs des Tages ausgeführt.

Insgesamt wurden vier Strategien getestet. Bei den ersten drei Strategien wurde ein Kauf- oder Verkaufssignal durch das Kreuzen zweier einfach gleitenden Durchschnitte erzeugt. Durchbrach der schnelle SMA (kurze Zeitperiode) den langsameren SMA (längere Zeitperiode) von unten nach oben, wurde ein Kaufsignal generiert. Im umgekehrten Fall wurde ein Verkaufssignal erzeugt. Folgende GD-Paare wurde getestet: 7 & 21; 11 & 35; 38 &200. Bei der vierten Strategie wurde der gleitende Durchschnitt 55 und der Aktienkurs des Basiswertes zur Generierung von Kauf- und Verkaufssignalen herangezogen. Sobald der Kurs des Underlyings den SMA 55 von unten nach oben durchbrach, wurde ein Kaufsignal erzeugt.

SMA SMA 7 und SMA 21

Während der DAX 2008 um mehr als 42 Prozent fiel, bescherte die SMA7 & SMA21 Crossover-Methode den Anlegern im Wert Daimler einen Verlust von -24,61 Prozent. Mit -11,61Prozent schloss EON als Vertreter der Versorgerbranche am besten ab. In der Hausse 2009 erwirtschaftete die Methode bei EON und Bayer einen Gewinn von 12,77 und 5,78 Prozent. Im Wert Volkswagen erwirtschaftete diese Methode ein Minus von 39,82 Prozent. Im Ranking von allen untersuchten Werten und Strategien schnitt Volkswagen am schlechtesten ab. Der deutsche Aktienindex stieg in diesem Zeitraum um mehr als 20 Prozent.

In der Berechnung zur Performance des DAX habe ich ebenfalls Spesen in Höhe von 2 Prozent eingerechnet. 2010 konnte der Anleger bei Daimler eine Performance von 32,5 Prozent erwirtschaften. Im gleichen Jahr stieg die Aktie vom Automobil-Konzern um 36,22 Prozent. Inklusive Spesen ergibt sich daraus ein Kursanstieg von 34,22 Prozent.

Der Leitindex stieg um 13,71 Prozent. Der Trader hätte mit dieser Strategie den Vergleichsindex geschlagen, allerdings konnte der Anleger mit dieser Handelsstrategie nicht am kompletten Anstieg der Aktie partizipieren.

SMA SMA 11 und SMA 35

Die zweite getestete Crossover-Strategie, bestehend aus dem SMA 11 und dem SMA 35 konnte deutlich besser abschließen, als das zuvor behandelte Handelssystem. Im Mittel performte die Strategie 2008 um mehr als zwei Prozent besser. Während im Durchschnitt 2008 das SMA 7/ SMA 21-System einen Verlust von 7,09 Prozent erwirtschaftete, verlor der Anleger mit der SMA11/ SMA35-Methode 0,12 Prozent. In der Konsolidierungsphase 2010 wies die Praktik eine Performance von minus 3,25 Prozent aus.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass es kurzfristig nicht möglich ist mit einem der vorgestellten Systemen den Markt zuschlagen. Die generierten Fehlsignale führten bei beiden kurzfristigen Handelsstrategien in sechs von neun Fällen zu Verlusten.

SMA SMA 38 und SMA 200

Die Überlegung einen gleitenden Durchschnitt 38 mit einem Simple Moving Average 200 zu kombinieren brachte als einziges der von Liepert betrachteten SMA-Systemen im Mittelwert 2009 ein Plus von 2,52 Prozent.  Der Markt konnte damit jedoch nicht outperformt werden.

Im Automobilsektor wurde 2008 & 2009 kein Investment getätigt, da keine Kaufsignale ausgelöst wurden. Das Geld wurde nicht auf ein Tagesgeld-Konto gelegt. Angesichts der gewählten Länge der Moving Averages, wäre das Parken des Geldes auf ein solches Konto empfehlenswert gewesen.

Clemens Liepert legte in seinen Backtests zur fundamentalen Analyse einen Tagesgeld-Zinssatz von vier Prozent zugrunde. Wäre dieser Zinssatz 2010 angewandt worden, hätte sich das negative Ergebnis in ein positives verwandelt.

Im Jahr 2009 machte der SMA38/SMA200-Ansatz bei EON als Vertreter der Energieversorger-Branche als einziges Handelssystem einen Verlust von 6,82 Prozent.

SMA SMA 55

Hätte der GD55 2008 Anwendung gefunden, hätte der Trader mit minus 20,42 Prozent im arithmetischen Mittel den größten Verlust 2008 gemacht. Mit einem Plus von 33,86 Prozent konnte 2010 der größte Gewinn im Automobilwert Daimler erwirtschaftet werden. Die Grafik zur Strategie zeigt, dass sich nur drei Balken aus den Branchen im Plus befinden.

Die Backtesting-Ergebnisse von Clemens Liepert haben bewiesen, dass es sich für den Anleger nicht lohnt, sich sowohl gegen den vorherrschenden Marktrend, als auch gegen den Trend des entsprechenden Aktienwertes zustellen. Am Aktienchart vom Branchenriese EON lässt sich diese Erkenntnis sehr gut nachvollziehen.

abwärtstrend

Keiner der vier Handelsansätze konnte 2008 und 2010 eine positive Rendite erwirtschaften. Ein Blick in den Chart von EON verrät auch warum. In diesen Jahren wurde mit den Handelsansätzen permanent gegen den vorherrschenden Trend getradet. Long-Positionen in einem intakten Bärenmarkt zu eröffnen, ist nachweislich nicht zu empfehlen.

Eine Auswahl von Aktien nach der Marktkapitalisierung zu tätigen ist ebenfalls nicht anzuraten. Die Ergebnisse wären besser ausgefallen, wenn beispielsweise ein Teil der Position nach einem vordefinierten Prozentsatz verkauft worden wäre. Im Test hätte der Autor einen Take-Profit von 50 Prozent berücksichtigen können. Im kurzfristigen Bereich erscheint mit einem Stopp-Kurs von acht Prozent für sehr großzügig. Die Verlustbegrenzung hätte deutlich enger gesetzt werden können.

BIP Vorteil

Wichtig: Universitäten wie zum Beispiel Yale und Harvard schwören auf den SMA 200. Das Stiftungskapital der Elitehochschulen wird seit Jahrzehnten unter Anwendung der IVY-Strategie vermehrt.

Das Anlageuniversum beinhaltet fünf Assetklassen: Anleihen, Aktien Welt ohne USA, Rohstoffe, Immobilien und US-Aktien. Das Stiftungskapital wird in maximal drei der fünf Assets investiert. Zur Entscheidungsfindung wird der SMA 200 und die Relative Stärke nach Levy, kurz RSL herangezogen.

Für jede der fünf Anlageklassen habe ich Ihnen einen entsprechenden Indexfonds herausgesucht. Sie müssen nur die WKN in die Suchmaske Ihres Brokers eingeben und auf „Kaufen“ drücken.

  • Vanguard Total Bond Market
  • (WKN: A0NDKC)

Grundvoraussetzung für ein Investment in eine der fünf Anlageklassen ist eine Notierung des Kurses oberhalb des SMA 200. Außerdem muss die Relative Stärke nach Levy als weiterer technischer Indikator mehr als 100 betragen. Monatlich wird geprüft, ob die Kurse noch oberhalb des SMA 200 notieren, falls nicht, wird das entsprechende ETF verkauft.

SMA RSL

Bild: Im kostenlose Chartingtool von Tradesignalonline können Sie den RSL hinzuschalten. Dafür klicken Sie auf den folgenden Link https://goo.gl/3s73Lo und geben oben Links die WKN ein. Anschließend klicken Sie auf die Flagge im linken Menü und gelangen zu den Indikatoren. Jetzt müssen Sie nur noch auf „Relative Strength Levy“ klicken und unterhalb des Chartbildes wird Ihnen der Indikator angezeigt. Im Chartingtool entspricht der Wert von 1 den benötigten 100. Quelle: Tradesignalonline

Ein Backtest von Börse Online hat gezeigt, dass aus einem Investment von 100.000 Dollar im Jahr 1990 unter Anwendung der IVY-Strategie im Jahr 2018 rund 1,25 Millionen Dollar geworden wären. Die Strategie ist einfach und selbst für Laien ohne weitere Probleme umsetzbar.

Die Ergebnisse der hier behandelten Studien belegen, dass der SMA als konzipiertes Handelssystem den Markt schlagen kann. Clemens Liepert bewies in seiner Studie, dass es elementar wichtig für den Trader ist, nicht gegen den übergeordneten Trend zu handeln.

BIP Vorteil

Wichtig: Im nächsten Abschnitt werden Richtlinien zur Anwendung des Moving Average behandelt. Etwas detaillierter möchte ich auf den SMA 200 eingehen.

Der gleitende Durchschnitt in der Praxis

Nachdem wir uns bereits ausführlich mit der Berechnung des einfachen gleitenden Durchschnitts und dem Indikator als Handelssystem befasst haben, möchte ich mich in diesem Teil des Buches der Interpretation des SMAs widmen.

Befindet sich der Kurs über dem gewählten SMA, dann kann von einem Aufwärtstrend ausgegangen werden. Notiert der Kurs hingegen unterhalb des gleitenden Durchschnitts wird von einem Abwärtstrend gesprochen. Diese Erkenntnis kann der Anleger bereits gewinnbringend einsetzen, denn wird unabhängig vom SMA beispielsweise ein Kaufsignal ausgelöst, zum Beispiel durch den Bruch einer Widerstandslinie und der Aktienkurs befindet sich unterhalb des SMA 200, dann sollte das Investment nicht mittelfristig ausgerichtet werden.

Einige Trader gehen ausschließlich Long in ein Wertpapier, wenn dieses über der 200-Tage-Linie notiert. Analysten und Trader messen dieser Linie, beziehungsweise dem Indikator einen hohen Stellenwert zu.

Wie bereits beim Handelssystem 65sma-3cc von Tushar S. Chande gezeigt wurde, wird ein konkretes Kauf- oder Verkaufssignal generiert, wenn der Aktienkurs den gleitenden Durchschnitt schneidet. Das Signal wird verstärkt, wenn der gleitende Durchschnitt sich in Richtung des neuen Trends biegt. Chande programmierte noch einen Sicherheitsfilter von drei aufeinander folgenden Schlusskursen oberhalb des SMA ein, bevor ein Kaufsignal quantifiziert wird. Diese Voraussetzung war jedoch willkürlich von ihm gewählt worden und muss nicht berücksichtigt werden. Ein prozentualer Abstand vom SMA kann ebenfalls als Filtermethode dienen.

Gleitender Durchschnitt-Krümmung SMA

Vereinfacht kann behauptet werden, dass ein Bullenmarkt vorliegt, wenn ein Aktienkurs permanent über der 200-Tage-Linie notiert. Im umgekehrten Fall liegt ein Bärenmarkt vor.

Newstrader handeln im Bärenmarkt nur Bärennews (Verfehlung von Gewinnprognosen…) und im Bullenmarkt nur Bullennews (Erhöhung der Gewinnerwartung…).

Der 200-Tage-SMA eignet sich hervorragend in Trendphasen, da durch seine langsame Reaktion auf Veränderungen, nicht so viele Fehlsignale generiert werden. In einem Seitwärtsmarkt ist diese Parametrisierung nicht empfehlenswert. In solchen Phasen erzielt ein schnellerer Durchschnitt (z.B. GD 20) bessere Ergebnisse, da er nicht so träge auf Veränderungen reagiert.

Jack D. Schwager empfiehlt neben dem GD und dem Kurs noch ein weiteres Kriterium hinzuzufügen: Die Zeit.

In seinem Werk „Technische Analyse“ arbeitet er in seiner Trendfolgestrategie mit dem GD40 und investiert erst in eine Aktie, wenn der Kurs den GD40 von unten nach oben durchbricht und der GD40 ein relatives Tief besitzt. Der Einstieg erfolgt dann vom Tief 10 Perioden später. Vorausgesetzt der GD40 bewegt sich weiter nach oben. Analog dazu der Short-Einstieg. Kreuzt der Preis den GD von oben nach unten und bildet ein neues Hoch aus, dann wird 10 Ticks später in den Wert investiert. Auch hier gilt: 10 Perioden später muss der GD40 sich vom Hoch entfernt haben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Anzahl der Handelschancen werden weniger und dadurch die Fehlsignale minimiert.

Als Anleger muss man nicht zwingend nur einen gleitenden Durchschnitt nutzen, sondern die Kombination von mehreren SMAs stellt zur Generierung von Handelssignalen eine häufig verwendete Methode dar. Dabei werden ein schneller und ein langsamer gleitender Durchschnitt im Chartprogramm eingestellt. Richard Davoud Donchian, Gründer der Gesellschaft Futures Inc und Pionier auf dem Gebiet der systematischen Wertpapieranalyse setzte zum Handel Rohstoff-Futures einen 5-Tage- und einen 20-Tage-Gleitenden Durchschnitt ein.

Nachteil von SMA

Ein Nachteil vom SMA liegt in der Gewichtung, denn alle Werte, egal ob jung oder alt werden gleichbehandelt. Dabei müsste den jüngeren Werten eine größere Bedeutung zukommen. Hier kommt der EMA ins Spiel, welcher als nächster Indikator intensiv beleuchtet wird.

Interessant ist, trotz des Nachteils konnte empirisch gegenüber dem EMA keine Unterlegenheit nachgewiesen werden.

Als Trader sollte dennoch nie vergessen werden, dass sich der Indikator trotz seiner Einfachheit und leichten Nachvollziehbarkeit mit Hilfe aus Vergangenheitswerten berechnet.

„Wenn die Börsenspekulation leicht wäre, gäbe es keine Bergarbeiter, Holzfäller und andere Schwerarbeiter. Jeder wäre Spekulant.“ Andre Kostolany


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