Skip to main content

Lastschrift Vor- und Nachteile

Die Zahlungsmethode der Lastschrift ist in Deutschland sehr beliebt, vor allem weil sie einfach und sicher ist. Im Jahr 2018 wurden mehr als 10,6 Milliarden Zahlungen im Lastschriftverfahren abgewickelt. In diesem Artikel zeigen wir einen Überblick über die verschiedenen Arten von Lastschriften sowie die Vor- und Nachteile für Verbraucher und Händler.

Lastschrift Vorteile Nachteile

Was ist eine Lastschrift?

Im Lastschriftverfahren bucht die Bank einen fälligen Betrag vom Konto des Zahlungspflichtigen ab  und schreibt ihn dem Konto des Empfängers gut. Damit ist sie vollkommen bargeldlos.

Im Gegensatz zu einer Überweisung, bei der der Zahlungspflichtige einen Überweisungsträger ausfüllen muss auf dessen Basis die Bank des Kontoinhabers den mitgeteilten Betrag auf das Konto des Empfängers überweist, löst der Zahlungsempfänger bei der Lastschrift die Abbuchung vom Konto des Zahlungspflichtigen aus.

Lastschrift durch Einzugsermächtigung (Basis-Lastschrift) oder Firmen-Lastschrift?

Firmen-Lastschrift

Eine Lastschrift im Einzugsverfahren, heute Basis-Lastschrift genannt, wird üblicherweise im B2C-Handel, also einem Geschäft zwischen einem Privatkunden und einem Händler genutzt. Bei dieser Form der Lastschrift erteilt der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger eine Einzugsermächtigung, die ihn dazu ermächtigt den Betrag vom Konto des Kunden einzuziehen.

Dabei ist der Kunde vor einem Missbrauch der Einzugsermächtigung geschützt, denn er hat in der Regel die Möglichkeit einen fälschlicherweise abgebuchten Betrag innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Wurde erst gar keine Einzugsermächtigung erteilt, ist ein Widerspruch auch nach acht Wochen bei der eigenen Bank noch möglich.

Eine Firmen-Lastschrift, die den früher gebräuchlichen Abbuchungsauftrag abgelöst hat, funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, der entscheidende Unterschied ist aber, dass der Zahlungspflichtige seiner Bank den Auftrag erteilt Lastschriften des Zahlungsempfängers durchzuführen. Dies hat für den Zahlungsempfänger den Vorteil, dass der abgebuchte Betrag mit Sicherheit auf dem Konto eingeht und auch nicht wieder zurückgerufen werden kann. Denn der Zahlungspflichtige hat die Zahlung aktiv bei seiner eigenen Bank autorisiert. Aufgrund der Sicherheit für den Zahlungsempfänger ist diese Form der Lastschrift besonders im B2B-Handel, also dem Handel zwischen zwei Geschäftsleuten oder Firmen sehr weit verbreitet.

Vorteile einer Lastschrift

Vorteile einer Lastschrift

Das Lastschriftverfahren bietet Vorteile für beide Seiten. Der Zahlungspflichtige kann eine fällige Zahlung einfach, schnell und bargeldlos begleichen und genießt bei der Einzugsermächtigung trotzdem Sicherheit. Der Zahlungsempfänger kann die Bezahlung einfach und sicher steuern und muss nicht passiv auf die Bezahlung einer Rechnung warten.

Vorteile für den Lastschriftempfänger

Vorteile für den Lastschriftempfänger

Nahezu die Hälfte aller bargeldlosen Transaktionen in Deutschland sind Lastschriften, damit liegt an der Spitze im gesamten SEPA-Zahlungsraum. 

  • Lastschriften sind sehr günstig. Verglichen mit Kreditkartenzahlungen, deren gängige Gebühren zwischen 1,4% und 3% des Betrages liegen, kosten Lastschriften meist nur 1% der Rechnungssumme, bei einer Kostendeckelung von 2 Euro. Manche Dienstleister bieten aber auch eine fixe Transaktionsgebühr pro Einzug zwischen 0,10 Euro und 0,60 Euro, je nach Transaktionsvolumen, an. 
  • Die Liquidität des Empfängers ist sichergestellt, da er den Zeitpunkt der Abbuchung selbst bestimmen kann. Bei der Einzugsermächtigung bleibt zwar ein geringes Restrisiko, das kann aber durch die Nutzung einer Firmen-Lastschrift minimiert werden.
  • Die Kosten für die Buchhaltung können durch die Verwendung des Lastschriftverfahrens gesenkt werden. Verwaltungs- und Portokosten für eine Mahnung oder Zahlungsaufforderung können vermieden werden. Durch den bargeldlosen Transfer und die einfach Zuordenbarkeit ist der Aufwand wesentlich geringer, als bei unklaren Überweisungen, die nur durch teils erheblichen Zeitaufwand zugeordnet werden können.
  • Auch die Kundenbeziehung kann sich durch die Nutzung des Lastschriftverfahrens erheblich verbessern. Der Kunde hat ein positives Einkaufserlebnis durch eine einfache und sichere Zahlungsmethode und muss keine Zahlung mehr aktiv anweisen.
  • Obwohl Lastschriften besonders im Inland sehr beliebt sind, sind sie nicht auf Deutschland begrenzt. Zahlungen können im gesamten SEPA-Zahlungsraum durchgeführt werden. Zu den Mitgliedern gehören alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie die Schweiz und Monaco.
  • Zudem sind Lastschriften sehr beständig. Eine Kreditkartennummer kann sich schnell ändern, Bankkonten werden aber nur selten gewechselt.
  • Ein einmal erteiltes Lastschriftmandat kann für beliebig viele Abbuchungen genutzt werden. Mit einer Ausnahme, erfolgt 36 Monate lange kein Einzug, kann das Mandat verfallen.

Vorteile für den Zahlungspflichtigen

Vorteile für den Zahlungspflichtigen
  • Dem Zahlungspflichtigen bietet das Lastschriftverfahren im Rahmen der Einzugsermächtigung Sicherheit, da es gesetzlich genau geregelt ist. Einer Lastschrift muss der Zahlungspflichtige ausdrücklich zustimmen, wurde keine verbindliche Einzugsermächtigung erteilt, kann der Kunde das Geld auch nach Ablauf von acht Wochen noch zurückfordern.
  • Auch kein der Zahlungspflichtige bei seiner Bank den Lastschrifteinzug auf einen bestimmten Betrag begrenzen oder sämtliche von einem bestimmten Zahlungsempfänger gezogenen Lastschriften blockieren lassen.
  • Eine Lastschrift bietet ein hohes Maß an Bequemlichkeit, da es die Zahlungsabwicklung vereinfacht. Es muss kein Überweisungsträger ausgefüllt oder ein bestimmter Fälligkeitstermin eingehalten werden. Die Verantwortung für die Zahlungsdurchführung liegt beim Empfänger, eine Zahlungsaufforderung oder Erinnerung ist nicht zu erwarten.
  • Viele Firmen bieten bei Zahlung per Lastschrift auch Skonti oder Rabatte und geben so die Einsparungen teilweise weiter, die durch gesenkte Kosten in der Buchhaltung und den beschleunigten und sicheren Zahlungseingang entstehen.

Nachteile einer Lastschrift

Nachteile einer Lastschrift

Obwohl eine Lastschrift für beide Seiten viele Vorteile hat, gibt es auch Schattenseiten. Diese liegen in der Regel eher auf der Seite des Kunden.

  • Wer vielen Firmen eine Einzugsermächtigung erteilt hat, kann schnell den Überblick verlieren. Daher ist es wichtig, seine Kontobewegungen regelmäßig zu kontrollieren. Denn wurde doch einmal ein Betrag falsch oder widerrechtlich abgebucht, muss er sich bei seiner Bank um eine Rückbuchung bemühen. Verstreicht die Frist von acht Wochen ist es unter Umständen nur noch schwer möglich, sein Geld zurückzuerhalten.
  • Ist das Konto des Kunden einmal nicht gedeckt und kann eine Lastschrift nicht eingezogen werden, können teils unangenehme Kosten entstehen. Durch den automatisierten Vorgang bei den Banken, werden Lastschriften die auch nur geringfügig den Deckungsrahmen des Kontos überschreiten, nicht ausgeführt. Banken dürfen zwar keine Gebühren mehr für eine Lastschriftrückgabe erheben, manche versuchen es aber über Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder andere Tricks weiterhin. Bei einem Widerspruch stehen die Chancen zwar gut, die Gebühren erstattet zu bekommen, dies ist aber mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden.
    Entstehen dem Händler durch eine Lastschriftrückgabe Kosten seiner Bank, kann er diese auf den Kunden umlegen. Zudem ist eine erneute Lastschrift oft nicht mehr gewünscht und die offene Rechnung muss per Überweisung beglichen werden. Das ist ärgerlich und kostenintensiv für beide Seiten.
  • Händler, die eine Lastschrift über die Einzugsermächtigung durchführen haben ein gewisses Restrisiko. Zum einen wegen einer Lastschriftrückgabe mangels Deckung, zum anderen, weil der Kunde die Lastschrift bis zu acht Wochen ohne Angabe von Gründen bei seiner Bank widerrufen kann. Dadurch entstehen dem Händler zu einen zusätzliche Kosten, zum anderen kann es sein, dass er den offenen Betrag auf anderem, Wege eintreiben lassen muss.
  • Auch im B2B-Handel bergen Lastschriften ein gewisses Risiko. Geht zwischen Lieferung der Ware oder der Dienstleistung und Durchführung der Lastschrift der Vertragspartner insolvent, kann der Betrag unter Umständen nicht mehr eingezogen werden. Sowohl die Ware als auch der Betrag sind dann Teil der Insolvenzmasse. Seit Einführung der Firmen-Lastschrift, die ausschließlich im Geschäftsverkehr genutzt werden kann, ist aber zumindest die Gefahr einer Rückbuchung durch den Insolvenzverwalter nicht mehr gegeben.

Zusammenfassung zu Lastschriften

Zusammenfassung zu Lastschriften

Lastschriften sind in Deutschland und auch im SEPA-Zahlungsraum sehr beliebt und bieten viele Vorteile für beide Seiten. Eine vereinfachte Zahlungsdurchführung, Planbarkeit für den Händler bei hoher Sicherheit für den Kunden. Durch die automatisierte und bargeldlose Zahlungsdurchführung entstehen geringere Kosten für Buchhaltung und Mahnwesen. Trotz der geringen Restrisiken für beide Seiten wie Lastschriftrückgabe oder Insolvenz ist die Lastschrift ein sicheres und auch in Zukunft wichtiges Zahlungsmittel.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!