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Kurs-Umsatz-Verhältnis

Das-Kurs-Umsatz-Verhältnis

Mit dem Kurs-Umsatz-Verhältnis (Price-Sales-Ratio) möchte ich eine weitere Kennzahl, die eine Stromgröße im Nenner vorweist, besprechen. Im Vergleich zum KGV, KBV und KCV lässt sich das Kurs-Umsatz-Verhältnis sehr einfach berechnen.

Der Umsatz unterliegt im Gegensatz zum Eigenkapital oder Gewinn keinen großen Bewertungsspielräumen und ist klar definiert: Der Verkaufspreis je Stück wird mit der abgesetzten Menge multipliziert und daraus ergibt sich der Umsatz. Eine Aussage zur Rentabilität des Unternehmens ist anhand der Umsatzerlöse jedoch nicht möglich.

KUV Formel

Ich möchte zur Berechnung des Kurs-Umsatz-Verhältnisses zwei Möglichkeiten aufzeigen. Bei der ersten Möglichkeit wird der Kurs je Aktie durch den Umsatz je Aktie dividiert. Bei der zweiten Möglichkeit wird der Quotient aus der Marktkapitalisierung und dem Umsatz gebildet. Die von mir erwähnte zweite Variante ist immer dann sinnvoll, wenn beispielsweise der Umsatz je Aktie nicht bekannt ist.

KGV KGV Formel

Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 10 bedeutet, dass der Investor bereit ist zehn Euro für einen Euro Umsatz zu bezahlen.

Die große Stärke des KUVs liegt neben der einfachen Berechnung in der Möglichkeit Wachstumsunternehmen zu bewerten, die noch keinen Gewinn erwirtschaften. Das bereits angesprochene Kurs-Gewinn-Verhältnis kann bei solchen Unternehmen nicht angewendet werden.

Das KUV als Investmentstrategie

O`Shaughnessy nennt das Kurs-Umsatz-Verhältnis in seinem Bestseller „What works on Wall Street“ den König der Kennzahlen und zieht das KUV allen anderen Kennzahlen vor. Ken Fisher schrieb 1984 in seinem Buch „Super Stocks“, dass das KUV ein fast perfektes Maß für die Popularität einer Aktie darstelle.

In der von der ACATIS durchgeführten Meta-Studie zu den einschlägigen fundamentalen Kennzahlen konnte der Kurs-Umsatz-Verhältnis-Strategie eine Überrendite von 4,6 Prozent gegenüber dem Vergleichswert nachgewiesen werden.

Die empirischen Ergebnisse aus der Studie von James P.O`Shaughnessy sprechen ebenfalls für das Kurs-Umsatz-Verhältnis. Im Durchschnitt konnte in der Gruppe „Alle Aktien“ mit dem niedrigsten KUV (50 Werte) im Zeitraum von 1952 bis einschließlich 2003 eine jährliche Rendite von 15,95 Prozent erwirtschaftet und der Markt mit dieser einfachen Strategie geschlagen werden.

KUV Strategie

Das KUV in der Praxis

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis sagt nichts über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens aus. Die Literatur hat sich umfassend mit der Kennzahl beschäftigt und daraus lassen sich folgende Handlungsmöglichkeiten zum Erzielen einer Überrendite ableiten.

1.

Unternehmen mit einem niedrigeren KUV sind ertragskräftiger.

2.

Ken Fisher empfiehlt, dass Aktien mit einem KUV von 1,5 gemieden werden sollten. Sprechen andere Kennzahlen für das Unternehmen, kann es trotzdem gekauft werden.

3.

Eine Aktie mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über drei sollte aus mittel- bis langfristiger Sicht nicht gekauft werden. Es deutet auf eine von der Börse „gehypten“ Firma hin. Kurzfristig kann sich ein Investment in eine Aktie mit einem KUV von drei lohnen. Der rechtzeitige Ausstieg ist besonders wichtig.

4.

Als Superfirma bezeichnet Ken Fisher eine Aktiengesellschaft mit einem KUV von 0,75 oder weniger. Verkauft werden sollte ein solcher Titel bei einem KUV von drei oder sechs. Risikobereite Anleger verkaufen den Wert erst bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von sechs. Konservative Investoren werfen ihre Aktien bereits ab einem KUV von drei auf den Markt.

5.

Das KUV kann unabhängig von der Marktkapitalisierung angewendet werden.

6.

Steigende Margen (Skaleneffekte…) rechtfertigen ein höheres KUV. Analog dazu führen sinkende Margen zu einem fallenden KUV. Diese Analogie wird oft bei Zyklikern, welche Boom- und Abschwungphasen durchlaufen, beobachtet.

Das KUV: Die Beispiel AG

Für das Jahr 2012 wird eine Verkaufsmenge von 80 Millionen Stück erwartet. Jedes Stück wird zu einem Preis von 1,25 Euro verkauft (netto). Um den Umsatz zu erhalten, müssen die 80 Millionen Stück mit dem Verkaufspreis von 1,25 Euro das Stück multipliziert werden. Daraus ergibt sich ein Umsatz von 100 Millionen Euro.

BIP Wichtig

Wichtig: Die Marktkapitalisierung der Beispiel AG liegt bei 250 Millionen Euro, denn die Aktie kostet fünf Euro und insgesamt gibt es 50 Millionen Shares (5*50). Um das KUV zu erhalten muss die Marktkapitalisierung durch den Umsatz dividiert werden (250/100). Das Kurs-Umsatz-Verhältnis lautet 2,5.

Mit einem KUV von 2,5 ist die Beispiel AG keine Superfirma im Sinne von Investmentlegende Ken Fisher, allerdings gilt sie noch laut unserer Definition als kaufenswert. Im nächsten Abschnitt des Buches möchte ich auf die Dividendenrendite eingehen.

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„An der Schneide des Drehstahls entscheidet sich die Dividende des Unternehmens" Georg Schlesinger


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