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Gold – immer noch die Krisenwährung Nummer Eins?

Eine Investition in physisches Gold in Form von Barren und Münzen, Goldschmuck oder auch in Goldaktien ist für viele Menschen auch inmitten der weltweiten Corona-Pandemie noch interessant. Die Verunsicherung vieler Sparer und damit auch das Misstrauen gegenüber den Finanzmärkten ist groß. Die Gedanken an die Weltwirtschaftskrise vor 100 Jahren oder auch die Erinnerung an die Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 sind keineswegs verblasst. Da scheint Gold als Krisenwährung Nummer Eins genau das Richtige zu sein. Doch ist die Anlage in Gold wirklich so sinnvoll und was muss man dabei beachten?

Der Goldpreis unterliegt stets starken Schwankungen

Nach jüngsten Berechnungen befinden sich an die 10.000 Tonnen Gold in Deutschland in Privatbesitz. Wenn die Goldreserven der Bundesbank noch hinzugerechnet werden, sind etwa acht Prozent der weltweiten Vorräte an Gold in deutschem Besitz. Die tatsächliche Zahl dürfte durchaus noch höher liegen, denn der Goldverkauf ging bis zum Jahr 2019 immerhin noch bis zu einem Wert von 10.000 Euro anonym vonstatten. Bei dem Run auf die Edelmetallhändler, der nun schon seit gut einem Jahr ungebrochen ist, wird es unmöglich gewesen sein, jeden Verkauf von Gold statistisch genau zu erfassen.

Der Goldpreis unterliegt immer und auch jetzt in Zeiten der großen Nachfrage starken Schwankungen. Im Großen und Ganzen ist er aber in den letzten Monaten durchweg recht hoch gewesen. Das wird vor allem all jene freuen, die vor der Krise kräftig Gold gekauft haben, denn der Goldpreis verhält sich meist antizyklisch zu den Finanzmärkten. Für alle die es ganz genau wissen wollen, wird der Goldpreis alle 10 Sekunden beispielsweise auf der Internetseite goldrechner24.de aktualisiert.

Ist Gold wirklich eine absolut stabile Wertanlage?

Ist Gold wirklich eine absolut stabile Wertanlage

Gold hat den Ruf, eine absolut stabile Wertanlage zu sein. Selbst Staatsregierungen, so auch die Bundesrepublik Deutschland, haben Goldreserven. Was im Großen richtig ist, wird es demnach also für den Kleinsparer auch sein, denkt sich so mancher.

Aber stimmt das wirklich? Tatsächlich ist Gold das einzige reine Anlagemetall und damit auch immer ein Wert an sich. Das bedeutet, Geld wird man für seine Barren und Münzen immer bekommen. Die Frage ist nur, wie viel. Gold wirft im eigentlichen Sinne keine Rendite ab. Rendite bringt es tatsächlich nur dann, wenn man es günstig kauft und teurer wieder verkauft. Alle die zur Zeit Gold kaufen, bezahlen aber teuer dafür. Es ist davon auszugehen, dass der Goldpreis auch wieder sinken wird, denn den derzeitigen Boom nützen nicht nur die Edelmetallhändler, sondern auch Spekulanten aus. Wer also jetzt Gold kauft, wird es vermutlich nie zu einem höheren Preis verkaufen können.

Finanziell gesehen ist die momentane Investition in Gold also wahrscheinlich ein Verlustgeschäft. Schon jetzt unterscheiden sich die Ankaufs- und Verkaufspreise von Gold deutlich. Das bedeutet, in derselben Stunde in der man Gold kauft, kann man es nur mit Verlust wieder verkaufen. Wer dennoch in Gold investieren möchte, sollte das eine oder andere wissen.

Gold mit Zertifikat bei seriösen Händlern erwerben

Gold mit Zertifikat bei seriösen Händlern erwerben

Gold sollten man nur mit Zertifikat bei seriösen Händlern erwerben. Als seriös gelten beispielsweise die zwei großen Edelmetallhändler Degussa und Pro Aurum. Es hat sich jedoch auch gezeigt, dass sich beim Goldkauf in einem dieser Häuser ein Preisvergleich lohnen kann. Auch kleine Goldschmiede und Händler können durchaus seriös sein. Das zeigt sich vor allem daran, ob sie in einem Berufsverband organisiert sind. Der Direktkauf hat den Vorteil, dass man sein Gold direkt für bares Geld erhält, und dass bis zu 2000 Euro anonym und steuerfrei. Beim Goldkauf im Internet ist besondere Vorsicht geboten, da sich hier Betrüger tummeln. Beim online Goldkauf muss der Käufer immer in Vorkasse gehen und das ist für unseriöse Geschäftemacher und Betrüger sehr interessant. Natürlich kann man Gold auch digital erwerben. In Deutschland müssen digitale Golddepots mit echtem, also physischem Gold hinterlegt sein. Der Kauf von Goldaktien ist ebenfalls möglich, ist aber nicht zu hundert Prozent abgesichert und auch eher etwas für Großanleger als für Kleinsparer.

Die Legierung und die Stückelung spielen eine Rolle

Die Legierung und die Stückelung spielen eine Rolle

Die Legierung und die Stückelung spielen beim Kauf von Gold ebenfalls eine Rolle. Prinzipiell gilt, dass größere Stückelungen günstiger sind. Wer also einen Minibarren von einem Gramm kauft, zahlt prozentual um die 20 Prozent mehr als der Käufer eines 100-Gramm-Barrens und auch beim Wiederverkauf sind die Verluste bei Minibarren größer. Barren bestehen aus nahezu reinem Gold, während Münzen immer aus Münzlegierungen mit hohem Goldanteil bestehen. Münzen haben dennoch den Vorteil, dass sie tatsächlich so etwas wie eine Währung sind, die man im Notfall auch so einsetzen könnte. Bei Goldschmuck muss tatsächlich gesagt werden, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Bei einem Schmuckstück aus 333er Gold mit entsprechendem Stempel beträgt der Feingoldgehalt gerade mal 33,3 Prozent und mehr als den Materialwert wird man dafür nicht erhalten. Eine echte Wertanlage ist solcher Schmuck also nicht. Wer übrigens Altgold in Form von altem Schmuck verkaufen möchte, kann seinen Wert über den Goldrechner selbst errechnen. Solcher Schmuck kann ruhig auch defekt sein. Entscheidend ist, dass verschiedene Legierungen getrennt berechnet werden müssen.

Gold als Teil eines breit aufgestellten Portfolios

Gold als Teil eines breit aufgestellten Portfolios

Der Wert von Gold hängt immer vom jeweiligen Vertrauen ab, das die Menschen in die globalen Finanzsysteme setzen. In Zeiten von schon gefühlt einem Jahrzehnt Niedrigzins ist dieses Vertrauen nicht gerade hoch. Viele Käufer von Gold gehen vom Worst Case aus und glauben, eine Inflation könnte sie ihres gesamten Sparvermögens berauben. Dabei halten Finanzexperten den Untergang der weltweit führenden Währungen für sehr unwahrscheinlich.

Für Kleinanleger ist Gold daher keine besonders gute Anlage, um ihr bescheidenes Vermögen zu sichern. In ein breit aufgestelltes Portfolio eines Großsparers gehört Gold hingegen durchaus. Es sollt jedoch einen Wert von zehn Prozent des Gesamtvermögens nicht übersteigen. Gold ist immer dann stark, wenn Währungen schwach sind. Bei einem größeren Vermögen stellt ein gewisser Anteil an Gold daher so etwas wie eine Versicherung dar.

Dem kleinen Mann wird eine Anlage in Gold stattdessen kaum etwas bringen. Vielmehr bleibt zu hoffen, dass sich durch die Zinspolitik der EZB die Wirtschaft nach der Corona-Krise bald wieder erholt. Die Zeichen dafür stehen gar nicht so schlecht und die Aktienkurse vieler Unternehmen konnten sich seit dem weltweiten Ausbruch des Coronavirus schon wieder erholen.

Die alternativen Wertanlagen in Zeiten der Krise

Die alternativen Wertanlagen in Zeiten der Krise

Auch viele alternative Wertanlagen für Gold sind leider eher etwas für Experten, die sich am Aktienmarkt und mit Preisentwicklungen auskennen, risikofreudig sind und auch gewisse Geldsummen in die Hand nehmen können. Das gilt für Goldaktien ebenso wie für Kupferaktien, den Aktienmarkt überhaupt oder auch für Wechselkursgeschäfte und Immobilienfonds. Alternativ zu Gold kann eine gewisse Summe an Bargeld durchaus in andere Edelmetalle wie Platin, Palladium oder auch Silber investiert werde. Wie auch Gold haben diese Edelmetalle eine gewisse Wertbeständigkeit.

Wie sich die Preise für diese Metalle entwickeln werden, ist jedoch ungewiss. Immerhin gab es seit die Börse besteht schon Zeiten, in denen Platin teurer als Gold gehandelt wurde. Das ist jedoch viele Jahre her. Auch dem Edelmetall Silber wird immer mal wieder ein Boom vorausgesagt, der vor allem an die Entwicklung der asiatischen Wirtschaft geknüpft sein soll. Gewiss ist das aber keineswegs. Investieren kann man auch in Diamanten und andere Edelsteine wie Saphire, Rubine oder hochwertige Perlen. Auf den Verkäufer sollte da aber schon zu hundert Prozent Verlass sein. Eine Investition in Kunst und Antiquitäten ist ebenfalls möglich. Zu solchen Objekten sollte der Anleger aber eine persönliche Bindung haben.


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