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Einfach, unkompliziert und digital zur Kontoeröffnung

In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung hat sich auch das Bankengeschäft radikal verändert. Viele Privat- und Geschäftskunden wickeln einen Großteil ihrer Finanztransaktionen nur mehr online ab, der Gang zum Finanzinstitut wird somit nur mehr selten unternommen. Die Bankenwirtschaft hat auf diese Änderungen frühzeitig reagiert und die Möglichkeiten der Online-Abwicklung deutlich ausgebaut.

Einfach unkompliziert und digital zur Kontoeröffnung

Hinter der Online-Abwicklung von Geldgeschäften stehen die Begriffe Electronic Banking, E-Banking, Online-Banking, Home Banking oder elektronisches Bankgeschäft (E-Bank) und die Definition der Abwicklung von Bankgeschäften über Datenleitungen mithilfe von PC oder anderen (mobilen) elektronischen Endgeräten bzw. über Telefonverbindungen mithilfe von Telefonen (Telebanking, Telefonbanking oder Phonebanking). Dabei ist E-Banking nicht ausschließlich ein Kind des Internet-Zeitalters, denn bereits in den 1980er-Jahren startete die Postbank mit einem diesbezüglichen Service basierend auf dem Bildschirmtext (BTX). Durchgesetzt hat sich dieses Verfahren allerdings nicht. Mit dem Aufkommen des Internets gegen Ende der 1990er-Jahre startete auch das klassische Online-Banking seinen Siegeszug in Deutschland. Im Jahr 1998 betrug die Online-Nutzung bei Bankgeschäften gerade einmal 8 Prozent, 10 Jahre später waren es bereits 36 Prozent. Bis 2013 stieg der Anteil auf 45 Prozent, ein Jahr später erledigten 55 Prozent und 2018 bereits 59 Prozent der Deutschen ihre Bankgeschäfte online. Im Jahr 2017 nutzten 50 Prozent der Bundesbürger ausschließlich Online-Angebote für die Erledigung ihrer Geldgeschäfte. Als europäischer Primus bei der Nutzung von Online-Banking gilt übrigens Norwegen. Dort liegt der Anteil der Personen, die Bankgeschäfte über das Internet abwickeln, bei 93 Prozent.

Kontoformen im Überblick

Kontoformen im Überblick

Als wesentlicher Baustein des Geldgeschäfts gelten Konten aller Art. Das bekannteste unter ihnen ist mit Sicherheit das Girokonto, das aus dem täglichen Leben wohl nicht mehr wegzudenken ist. Ohne Girokonto (Vorteile Girokonto) lässt sich weder ein Gehalt beziehen noch eine Wohnung mieten. Prinzipiell lassen sich damit eine Vielzahl finanzieller Angelegenheiten regeln. Dazu zählen die sichere Aufbewahrung von Geld bei der Bank, die Tätigung und der Empfang von Überweisungen, die Durchführung von Online-Banking, die Abhebung von Bargeld an Geldautomaten, das bargeldlose Zahlen mit der Girocard, die Bezahlung mittels Kreditkarte im In- und Ausland sowie die Überbrückung finanzieller Engpässe durch einen Dispokredit.

BIP Vorteil

Eine weitere Kontoform ist das Tagesgeldkonto. Dahinter verbirgt sich ein verzinstes Konto ohne festgelegte Laufzeit. Diese Form der Geldanlage erfreut sich aktuell wachsender Beliebtheit, denn das Tagesgeldkonto ist ein reines Guthabenkonto und dient kurzfristigen Anlagezwecken. Tagesgeld gilt als die flexibelste Art des Sparens, da die Sparer täglich über ihr Kapital verfügen, die Bank wechseln, das Konto kündigen sowie jederzeit Ein- und Auszahlungen tätigen können.

Eine dritte Möglichkeit der Geldanlage ist das Festgeldkonto. Festgeld meint eine Form der verzinslichen Geldanlage, bei der Sparer einen Betrag für einen festgelegten Zeitraum zu einem festen Zinssatz anlegen. Da die Zinsen nicht schwanken, weiß der Anleger bereits im Vorhinein, mit welchem Betrag nach Ende der Laufzeit gerechnet werden darf. Aufgrund dieser Eigenschaften gilt Festgeld als sehr sichere Geldanlage.

Schritt für Schritt zur Kontoeröffnung

Schritt für Schritt zur Kontoeröffnung

Entscheidet man sich nun für die Eröffnung eines Kontos, müssen gewisse Formalismen beachtet werden. Dazu zählen das Ausfüllen von Formularen für die Kontoeröffnung und der Nachweis der eigenen Identität. Da viele Geldinstitute nur mehr online operieren, erfolgen auch die Anträge digital. Ein Beispiel für die Identifikation ist das Postident-Verfahren, das Kunden benötigen, um bei einer Bank ein Konto oder ein anderes Finanzprodukt zu eröffnen bzw. zu beantragen. Der Weg zur Kontoeröffnung kann gegenwärtig auf jeden Fall im Internet erfolgen. Hat man Schritt für Schritt alle notwendigen Punkte abgehandelt, braucht es zum Schluss noch die Identifizierung für den Vertragsabschluss. Zu diesem Zweck gelangt bei manchen Geldinstituten das Postident-Verfahren zum Einsatz, für das allerdings eine Filiale der Deutschen Post aufgesucht werden muss. Die Formulare für das Postident-Verfahren stehen direkt beim Beantragen des jeweiligen Bankproduktes als Download bereit, werden dann ausgedruckt und ausgefüllt mit dem Postident-Coupon zur nächsten Postfiliale, neben klassischen Postämtern können das auch sogenannte „Postfilialen im Einzelhandel“ sein, gebracht. In der Filiale werden die Formulare persönlich an einen Mitarbeiter übergeben, ein gültiger Ausweis (Personalausweis oder Reisepass) reicht dann in der Regel für die Identifikation. Nach der Überprüfung der Identität scannt der Mitarbeiter den Postident-Coupon ein und trägt die Daten in ein Formular ein, das wiederum vom Kunden unterschrieben wird. Nach dem Filialbesuch erhält der Vertragspartner, in diesem Fall die Bank, die Identifikationsdaten in den meisten Fällen innerhalb eines Tages. Oft können bei der Zusendung an die Bank auch gleich die Vertragsunterlagen mitgeschickt werden – ein Verfahren, das für die Verbraucher im Normalfall kostenlos ist.

Vielfältige Palette an Postident-Verfahren

Postident-Verfahren

Die Deutsche Post hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet unterschiedliche Postident-Verfahren an, bei denen der Gang in eine Filiale nicht mehr notwendig ist. Eines davon ist Postident mittels Videochat. Der große Vorteil liegt in der Online-Erreichbarkeit von 8.00 bis 22.00 Uhr und das von Montag bis Sonntag – Ausnahmen bilden lediglich Feiertage in manchen Bundesländern. Bei diesem Verfahren führt ein Servicemitarbeiter per Videochat durch das Identifikationsverfahren. Der Kunde benötigt hierfür einen Reisepass oder Personalausweis – in beiden Fällen mit holografischen Merkmalen. In der Regel ist das Identifikationsverfahren dann innerhalb von fünf bis sechs Minuten abgeschlossen.

Eine weitere Möglichkeit bietet das Postident-Verfahren mit der Online-Ausweisfunktion. Dieses kann jederzeit und von jedem Ort mit der Postident App auf einem mobilen Endgerät erfolgen. Für das Procedere braucht es lediglich den eID-Chip des offiziellen Ausweises (im Scheckkartenformat). Im Idealfall dauert dieses Verfahren gerade einmal zwei Minuten. Mit der Postident App können auch Fotos von Dokumenten zur Prüfung hochgeladen werden. Ein Anwendungsfall hierfür ist beispielsweise die Prüfung des Führerscheins bei der Anmeldung zum Carsharing. Normalerweise erfolgt die Prüfung der Dokumente innerhalb von 15 Minuten.

Mit Hilfe des Postident-Verfahrens können Verträge auch ohne Stift und Papier „digital“ unterschrieben werden. Auch in diesem Fall erfolgt der Vertragsabschluss online in wenigen Minuten. Die Identifikation findet mittels Videochat statt und die Unterfertigung entspricht rechtlich einer „Unterschrift“ auf Papier. Nach der Identifikation durch den Mitarbeiter kann der Vertrag unmittelbar digital unterzeichnet werden.

Möglichkeit der Identifikation mittels Webcam

Möglichkeit der Identifikation mittels Webcam

Viele Banken akzeptieren neben dem Postident-Verfahren auch das sogenannte Videoident-Verfahren. Dazu braucht der Kunde lediglich einen Online-Zugang und eine Webcam. Abgewickelt wird Videoident direkt über das Finanzinstitut. Dazu schickt die Bank dem Kunden einen Link, über den der Video-Chat gestartet werden kann. Ein Mitarbeiter erklärt dann Schritt für Schritt die genaue Prozedur. Für die Identifikation braucht es wie bei anderen Verfahren einen Personalausweis oder einen Reisepass. Das Ausweisdokument muss einfach in die Webcam gehalten werden, damit der Mitarbeiter die Identifikation durchführen kann. Videoident ist deutlich komfortabler als das persönliche Aufsuchen einer Postfiliale. Bei vielen Banken sind die Leitungen 24 Stunden am Tag geöffnet und das auch am Wochenende. Allerdings kann es zu Wartezeiten kommen, bis ein Mitarbeiter für den Videochat zur Verfügung steht.

Der Ruf nach mehr Sicherheit

Der Ruf nach mehr Sicherheit

Wie bei allen Tätigkeiten im Internet sollte man als Kunde natürlich auch bei Bankgeschäften penibel auf den Datenschutz achten. Zwar gilt das Videoident-Verfahren prinzipiell als sicher, dennoch dürfen gewisse Punkte nicht außer Acht gelassen werden. Das betrifft zunächst die allgemeine Datensicherheit des von zum Einsatz kommenden Computers. Es braucht ein aktuelles Betriebssystem, einen aktuellen Internet-Browser und eine Antiviren-Software auf dem neuesten Stand. Zudem sollten User darauf achten, dass man beim Videoident-Verfahren auch wirklich auf die Internet-Seite der Bank geleitet wird. Denn über andere Chat-Programme, wie beispielsweise Skype, ist eine Identifizierung nicht möglich. Auch sollte bei der Inanspruchnahme von Videoident ein ruhiger Raum mit guten Lichtverhältnissen gewählt werden, damit der Mitarbeiter oder Beauftragte der Bank den Ausweis und die damit in Verbindung stehende Person einwandfrei erkennen kann. Im Normalfall übernimmt eine Drittanbieter das Videoident-Verfahren für die Bank. Der Anbieter sorgt dann auch dafür, dass das Verfahren ebenso rechtskonform wie das Postident-Verfahren ist.

Vorsicht vor Missbrauch

Vorsicht vor Missbrauch

Generell sollte man im Internet beim Umgang mit persönlichen Daten Vorsicht walten lassen. Denn Kriminelle wenden oft Tricks an, um an persönliche Daten und Kopien von Ausweisdokumenten zu kommen. Haben sich die Täter diese Daten einmal angeeignet, können beispielsweise Konten eröffnet werden. Vor einer speziellen Masche warnt das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen. So schalten Kriminelle Jobanzeigen, die auf den Blick echt und seriös erscheinen. Im Rahmen des Bewerbungsprozesses werden dann Ausweiskopien und Fotos eingefordert. Diese werden unter anderem dazu verwendet, um ein Bankkonto zu eröffnen. Dem vermeintlichen Job-Bewerber wird dann mitgeteilt, dass diese sich anstatt eines persönlichen Bewerbungsgesprächs über ein Videoident-Verfahren identifizieren müssen. Daraufhin bekommt der ahnungslose Bewerber eine Aufforderung für die Durchführung des Verfahren, unter anderem über eine Video-ID-App. Wenn der User im Laufe des Identifizierungsverfahrens nicht mitbekommt, dass er gerade ein Konto eröffnet anstatt einen Bewerbungsprozess zu durchlaufen, können Kriminelle das Konto beispielsweise dazu nutzen, um Geldwäsche zu betreiben. Zu diesem Zweck leiten die Täter den Schriftverkehr zwischen der Bank und den Jobsuchenden auf sich selbst um, sodass diese alle Unterlagen erhalten und der Jobsuchende davon nichts mitbekommt.

Gesundes Misstrauen schadet auf keinen Fall

Gesundes Misstrauen schadet auf keinen Fall

Um Missbrauch dieser oder ähnlicher Art zu unterbinden, mahnt das LKA generell zu erhöhter Vorsicht. Sollte der Mitarbeiter im Rahmen eines Videoident-Verfahrens nicht von Beginn an klar zu erkennen geben, zu welchem Zweck die Identifikation durchgeführt wird, dann sollte der Betroffene auf jeden Fall nachfragen. Gesundes Misstrauen ist also durchaus angebracht – besonders dann, wenn Ausweis-Scans oder gar Selfies mit einem Ausweis angefordert werden. Diese Daten können nämlich auch abseits von Videoident-Verfahren missbräuchlich verwendet werden.

Online-Banking wird immer öfter genutzt

BIP Wichtig

Gerade die möglichen Bedrohungsszenarien zeigen, dass Internet-Sicherheit ein wichtiger Punkt bei der Durchführung von Online-Bankgeschäften ist. Denn der Siegeszug des E-Bankings scheint nach wie vor ungebrochen. Einer Bitkom-Umfrage zufolge wickeln 7 von 10 Deutschen (ab 16 Jahren) ihre Bankgeschäfte im Internet ab. Diese hohe Zustimmung geht dabei quer durch alle Altersgruppen – mit Ausnahme der Über-65-Jährigen. In dieser Altersgruppe liegt der Anteil der Online-Banking-User bei gerade einmal 21 Prozent.

Der Trend zum Online-Banking bleibt auf jeden Fall ungebrochen: Zwei Drittel (67 Prozent) der Deutschen geben in der Bitkom-Umfrage an, dass Online-Banking oder Banking-Apps ein zentraler Punkt bei der Auswahl ihrer Bank sind. Im Gegenzug hat die Bedeutung der persönlichen Beratung am Schalter abgenommen, von 73 Prozent im Jahr 2018 auf 67 Prozent im Jahr 2019. Digitale Angebote sind deutlich gefragter als das Vorhandensein vieler Bankfilialen (58 Prozent) oder eine bekannte Marke (56 Prozent). Für 36 Prozent der Interviewten ist es wichtig, dass die Bank Mobile-Payment-Lösungen wie Apple Pay oder Google Pay anbietet.

Kontokosten bleiben der wichtigste Faktor

Kontokosten bleiben der wichtigste Faktor

Ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der Bank bleiben aber die Kosten. 95 Prozent der befragten Bankkunden achten auf die Höhe der Kontoführungsgebühren, ein ebenso hoher Prozentwert auf die Anzahl der kostenlos nutzbaren Geldautomaten und 94 Prozent auf die Höhe der Einlagensicherung der Bank. Für 69 Prozent ist der gebührenfreie Zugang zu Bargeld im Ausland wichtig. Für die Bankenwirtschaft bedeutet diese Entwicklung, dass sich der Wettbewerb weiterhin verschärfen wird. Auch die Wechselwilligkeit nimmt zu – von 34 Prozent im Jahr 2018 auf 41 Prozent im Vorjahr. 57 Prozent der der Wechselwilligen haben ihr Konto sogar schon dreimal oder häufiger gewechselt. In diesem Sog werden auch reine Online-Banken für die Kunden immer interessanter. 14 Prozent geben an, dass sie mit ihrem hauptsächlich verwendeten Konto bereits Kunde bei einer reinen Online-Bank sind. 13 Prozent haben diesen Wechsel für die kommenden zwölf Monate fest eingeplant. Allerdings, und das ist ebenfalls ein Ergebnis der Bitkom-Umfrage, sind 47 Prozent der Meinung, dass die deutschen Finanzinstitute bei ihren Digitalangeboten im internationalen Vergleich zurückhinken. Bereits 29 Prozent können sich vorstellen, ihr Konto nicht bei einer klassischen (Online-)Bank, sondern bei einem Digitalunternehmen wie Google, Apple oder Amazon zu eröffnen, falls es dieses Angebot geben sollte.

Prinzipiell sehen immer mehr Bundesbürger persönliche Vorteile durch die Digitalisierung der Finanzbranche. 31 Prozent (2018: 27 Prozent) sind der Ansicht, dass die Digitalisierung günstigere Bankgeschäfte mit sich bringt. Zudem sind 41 Prozent (2018: 33 Prozent) davon überzeugt, dass digitalen Technologien bei der Optimierung der eigenen Finanzen eine bedeutendere Rolle zukommen. 21 Prozent (2018: 12 Prozent) wünschen sich zudem, dass sie konkrete Angebote zugeschickt bekämen, wie zum Beispiel eine Analyse der Kontobewegungen, um Sparmöglichkeiten aufzuzeigen.

Hohe Zufriedenheit der Online-Banking-User

Hohe Zufriedenheit der Online-Banking-User

Kunden von Online-Banking sind überwiegend zufrieden: Für 93 Prozent bietet Online-Banking alle Funktionen, die benötigt werden, für 87 Prozent die notwendige Sicherheit, für 82 Prozent die einfache Bedienung und für 81 Prozent genügend Übersichtlichkeit. Diejenigen, die auf Online-Banking verzichten, nennen als Gründe die Angst, dass Daten in die falschen Hände geraten können (61 Prozent), den Wunsch nach persönlichem Kontakt bei Bankgeschäften (57 Prozent) sowie die Gewohnheit (56 Prozent). 42 Prozent der Offline-Bankkunden haben demnach Angst vor Kriminellen, für 38 Prozent ist Online-Banking schlicht zu kompliziert.

Ausblick

Ausblick

Dass Online-Banking trotz mancher Ängste die Zukunft darstellt, ist evident. Denn schon jetzt besuchen mehr als 15 Millionen Bundesbürger ab 16 Jahren keine Bankfiliale mehr. Gerade durch den kontinuierlich steigenden Anteil des E-Bankings werden auch sichere Identifizierungsverfahren immer wichtiger.


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