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Aktien kaufen: die Anleitung

Aktien kaufen: die Anleitung

Kaum ein anderes Land hat eine so geringe Aktionärsquote wie Deutschland. Das bedeutet, dass in kaum einem anderen entwickelten Industriestaat ein so geringer Anteil der Bevölkerung Aktien besitzt. Dabei ist ein nachhaltiger und effektiver Vermögensaufbau ohne Wertpapiere praktisch nicht (mehr) möglich.

Wer sich noch nie mit dem Thema Aktien kaufen auseinandergesetzt hat, der hat oftmals die Angst, der Kauf von Wertpapieren sei schrecklich kompliziert, unglaublich teuer und würde sehr lange dauern. Das ist jedoch bereits seit vielen Jahren nicht mehr der Fall.

Dass Aktien kaufen einfach, günstig und online möglich ist, zeigen wir in dieser großen Anleitung. Hier finden Sie alle Informationen, wie Sie Schritt für Schritt ein kostenloses Aktiendepot eröffnen, Ihre persönliche Anlagestrategie festlegen und anschließend die ersten Aktien kaufen - online, schnell und günstig.

Des Weiteren finden Sie hier eine große Übersicht über verschiedene Order-Typen, steuerliche Fragen bei Gewinnen und Verlusten mit Wertpapieren in Deutschland, sowie Informationen über Hebelwirkungen durch Lombardkredite / Wertpapierkredite. So erfahren Sie auch als fortgeschrittener Anleger, wie Sie Ihre Geldanlage am Kapitalmarkt effektiv und nachhaltig gestalten.

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Die wichtigsten Schritte zum Aktien kaufen im Überblick

  1. Kostenloses Aktiendepot eröffnen: Den besten Depotanbieter finden
  2. Anlagestrategie festlegen: Risiko streuen und eine klare Linie verfolgen
  3. Aktien kaufen / Sparplan einrichten: Kaufen Sie die ersten Aktien
  4. Dividenden erhalten / Gewinne realisieren: Anlagegewinne mitnehmen

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Vermögensallokation und Diversifikation

Bevor man Geld in Aktien investiert, sollte man sich über die generelle Verteilung der eigenen Vermögensanlagen Gedanken machen. Zu einem ausgewogenen und risikoarmen Investment-Portfolio gehören neben Wertpapieren auch eine Cash-Reserve, Immobilien, Edelmetalle und andere Formen der Geldanlage.

Jede Art der Anlage bringt ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich. Bei Wertpapieren ist insbesondere die hohe Sicherheit, sowie die Möglichkeit der blitzschnellen Veräußerung im Krisenfall ein großer Pluspunkt. Um Risiken zu minimieren sollte jedoch nur ein Teil des Vermögens in Wertpapiere investiert werden.

Anlageexperten empfehlen im Regelfall einen Anteil von 10 % physischem Gold im Portfolio. Weiterhin sollte Genug Geld als Reserve vorhanden sein, um im schlimmsten Fall etwa sechs Monate davon leben zu können. Der Rest kann in Immobilien, Sachwerte, Wertpapiere und andere Geldanlagen investiert werden.

Ein kostenloses Aktiendepot eröffnen

Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Aktiendepot. Während früher vor allem klassische Hausbanken als Depotbank genutzt wurden, werden heute überwiegend Depots bei Direktbanken oder speziellen Online-Brokern eröffnet. Diese sind meist deutlich günstiger und bieten einen höheren Funktionsumfang.

Ein kostenloses Aktiendepot zu eröffnen ist nicht schwer - sofern man sich für den passenden Anbieter entschieden hat. Unsere Redaktion empfiehlt die Angebote von Flatex, Comdirect und OnVista für Einsteiger. Fortgeschrittene Anleger sind mit Degiro sehr gut beraten. Wer schnell loslegen möchte und ein transparentes Gebührenmodell will, der kann direkt das Flatex Aktiendepot kostenlos eröffnen. Unser Depotvergleich hilft dabei, das passende Angebot zu finden.

Für die Depoteröffnung sind lediglich einige persönliche Angaben, sowie steuerliche Angaben nötig. Anschließend wird das Depot per PostIdent- oder VideoIdent-Verfahren verifiziert. Im Regelfall dauert dies beim VideoIdent-Verfahren nur wenige Minuten und im Anschluss kann das neue Aktiendepot bereits in vollem Umfang genutzt werden.

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Die eigene Anlagestrategie festlegen

Bevor es nun an das Aktien kaufen geht, müssen Anleger eine eigene Investmentstrategie festlegen. Von dieser Strategie sollte nur im absoluten Notfall abgewichen werden. Für Einsteiger empfiehlt sich sowohl das klassische „Buy-And-Hold“ Modell, sowie eine Dividendenstrategie.

Kurzfristiges Traden ist vor allem für fortgeschrittene Anleger und Profis relevant. Wer noch keine oder wenig Erfahrung an der Börse hat, der kauft am besten bekannte und gut geführte Unternehmen, die über solide Bilanzen und gute Zukunftsaussichten verfügen.

Mit einem entsprechend langen Anlagehorizont sind kurzfristige Kursschwankungen unerheblich. Ob eine Aktie im Moment eher günstig oder teuer ist, hat dabei mit dem Aktienkurs nichts zu tun. Vielmehr sollte dieser in einem gesunden Verhältnis zu den wichtigsten Unternehmenskennzahlen stehen. Wichtige Indikatoren für die Fundamentalanalyse von Aktien finden Sie in unserem Börsenbereich.

Aktien, ETFs oder Investmentfonds?

Ob man Aktien, ETFs oder Investmentfonds kaufen sollte, hängt von der persönlichen Anlagestrategie ab. Die meisten neuen Anleger an der Börse möchten Einzelaktien kaufen - also Anteile von einem Unternehmen. Investmentfonds sind bei Anlegern eher unbeliebt, da diese häufig teuer sind und kaum eine Überrendite im Bezug zum Referenzindex ereichen.

ETFs eignen sich als perfekte Absicherung und stellen in vielen Portfolios einen großen Anteil dar. Ein ETF ist ein passiver Fonds, der einen bestimmten Index abbildet: etwa den DAX, den MDax, den S&P 500, den Dow Jones oder den MSCI World. Wer risikoarm anlegen möchte und dennoch eine relativ gute Rendite erwartet, der greift am besten zu einem MSCI World ETF.

Weil der MSCI World Index einen hohen Anteil an US-Unternehmen enthält, eignen sich DAX ETFs, Euro Stoxx ETFs oder Einzelaktien aus dem europäischen Raum perfekt als Ausgleich. Entscheidend ist, dass man sich eine langfristige Strategie zurecht legt und diese kontinuierlich verfolgt.

[su_box title="Auf die richtige Mischung kommt es an"]Die besten Resultate werden am Aktienmarkt erzielt, wenn die eigene Anlagestrategie kontinuierlich verfolgt wird. Zu einem ausgewogenen Portfolio gehören neben Aktien auch ETFs. Machen Sie sich Gedanken über die perfekte Streuung: verschiedene Branchen, Währungen und Wirtschaftsräume sollten abgebildet werden.[/su_box]

Wie findet man günstige Aktien?

Wenn man sich entscheidet, endlich Aktien kaufen zu wollen, dann muss man entsprechend günstige Titel finden. Die Bewertung, ob eine Aktie günstig ist oder teuer, hängt von der persönlichen Anlagestrategie ab. Verschiedene Bewertungsmethoden haben sich im Laufe der Zeit herausgebildet.

Die meisten Anleger verwendeten wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen, wie etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), die Dividendenrendite, das Verhältnis aus Eigenkapital zu Fremdkapital und weitere Faktoren.

Für Einsteiger empfiehlt sich eine Kombination aus diesen verschiedenen Bewertungsfaktoren. Dabei sollten die entsprechenden Metriken immer mit dem historischen Durchschnitt einer Aktie, sowie dem Branchendurchschnitt in Relation gesetzt werden. So findet man unterbewertete und damit günstige Aktien.

Die ersten Aktien kaufen

Im Anschluss kann bereits mit dem Kauf der ersten Aktien begonnen werden. Hierfür muss zunächst Geld vom eigenen Girokonto auf das entsprechende Verrechnungskonto beim Broker überwiesen werden. Dies geht im Regelfall sehr schnell - wenn es noch schneller gehen soll, bieten einige Anbieter auch die Möglichkeit einer Sofortüberweisung.

Sobald man die nötige Liquidität auf dem Cash-Konto des Aktiendepots hat, wählt man einfach die passende Aktie zum Kauf aus. Aktien können in den Suchleisten der Online-Software bei jedem Broker ganz einfach gefunden werden. Zur Identifikation des passenden Wertpapiers eignet sich sowohl der Name, als auch die WKN (Wertpapierkennnummer) und die ISIN (International Securities Identification Number).

Am Ende muss nur noch die Börse, also der Handelsplatz, ausgewählt werden, über den die Aktien gekauft werden sollen. Für Einsteiger empfiehlt sich hier auf Grund der geringen Gebühren XETRA, der Online-Marktplatz der Frankfurter Börse. Anschließend wird eine sogenannte „Market-Order“ ausgewählt und die Anzahl der zu kaufenden Aktien.

Ist die Order platziert, wird diese in der Regel in wenigen Sekunden ausgeführt. Gratulation, Sie haben soeben Ihre ersten Aktien gekauft!

Dividenden erhalten und Gewinne realisieren

Geld verdienen Sie an der Börse nicht nur durch den Kauf und den Verkauf von Aktien. Vielmehr können je nach Anlagestrategie auch die Dividenden von Unternehmen gewichtige Einnahmen bedeuten. Die Dividende stellt eine Gewinnbeteiligung der Aktionäre dar und wird bei deutschen Unternehmen im Regelfall ein mal pro Jahr, bei amerikanischen Aktien vier mal pro Jahr ausgeschüttet.

Zusätzlich bieten einige Unternehmen eine sogenannte Sonderdividende. Diese wird dann ausgeschüttet, wenn bestimmte Erfolge erzielt werden. Diese Sonderdividenden sind jedoch nicht zuverlässig und sollten in die Anlageentscheidung nicht mit einbezogen werden.

Wer Aktien verkaufen möchte, der kann dies auf die gleiche Weise tun, wie Aktien auch gekauft werden. Bei der Rechnung, ob man mit einer Aktie bereits Gewinn erzielt hat, sollten jedoch die Kaufs- und Verkaufsgebühren (also die Transaktionskosten) im Blick behalten werden. Im Regelfall betragen diese - je nach Broker, Handelsplatz und Volumen - zwischen 2 und 20 €.

[su_box title="Auch ein gutes Aktienportfolio ist kein Selbstläufer"]Wer ein gutes Aktienportfolio zusammengestellt hat und bereits eine gute Rendite erzielt hat, darf jetzt nicht die Füße hochlegen. Die Titel im Aktienbestand müssen kontinuierlich beobachtet und analysiert werden. Ändert sich die Marktlage, so müssen eventuell einzelne Positionen abgestoßen und günstige Wertpapiere hinzugekauft werden.[/su_box]

Order-Typen und Sparpläne

Fortgeschrittene Anleger können sogenannte Limit-Orders nutzen, um bestimmte Preise zu erzielen. Wenn etwa eine Aktie bei 80 € steht und man sie nur bei 79 € kaufen möchte, kann einfach eine Limit-Order für 79 € gesetzt werden. Sobald der Kurs dann die 79 € erreicht, wird die Aktie gekauft (bzw. verkauft).

Gegen starke Kursverfälle können sich Anleger mit Hilfe sogenannter Stop/Loss-Marken absichern. Hierbei wird der Broker angewiesen, bei Erreichen eines bestimmten Aktienkurses die Aktien zu verkaufen. Für langfristige Anleger ist diese Möglichkeit zwar eher irrelevant, insbesondere für kurzfristige Anleger oder Swing-Trader besitzen Stop/Loss-Marken jedoch eine sehr hohe Bedeutung.

Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich insbesondere sogenannte Sparpläne. Hier können Fonds, ETFs (Exchange Traded Funds) oder Einzelaktien monatlich mit einer bestimmten Rate (etwa 25, 50 oder 100 €) regelmäßig und zu günstigen Konditionen gekauft werden. So erzielt man den sogenannten „Cost-Average-Effekt“ und kann langfristig ohne großes Startkapital ein solides Portfolio errichten.

Steuerrecht für Aktienanleger

Die meisten Fragen im Bezug auf Aktien und die Börse stellen sich sicherlich im Bereich des deutschen Steuerrechts. Dabei fallen Aktiengewinne in der Regel unter Einkünfte aus Kapitalvermögen, die vom Broker automatisch an das Finanzamt abgeführt werden. Der Anleger selbst braucht sich relativ wenig um steuerliche Angelegenheiten zu kümmern.

Jeder Mensch hat in Deutschland einen Freibetrag von 801 €. Bis zum Erreichen dieses Betrages sind alle Gewinne steuerfrei. Alles, was über 801 € hinaus geht, wird mit 25 € Kapitalertragssteuer zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag besteuert. Eine Hinzurechnung zur Bemessungsgrundlage für die Einkommenssteuer entfällt dann.

Wichtig für die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten: Gewinne aus dem Verkauf von Aktien können zwar mit den Verlusten aus Aktienverkäufen verrechnet werden, nicht jedoch mit Verlusten in anderen Einkunftsarten (etwa bei einem Unternehmer). Auch können Verluste beim Verkauf von Aktien nicht mit Gewinnen aus Dividendenzahlungen verrechnet werden.

Leverage: Hebelwirkung durch Lombardkredite

Fortgeschrittene Anleger haben über sogenannte Lombardkredite (Wertpapierkredite) die Möglichkeit, die eigene Anlagesumme zu hebeln. Dabei beleiht man das eigene Aktienportfolio beim Depotanbieter, der einen günstigen Kredit zur Verfügung stellt. Dieser Kredit kann dann zum Kauf von Wertpapieren genutzt werden.

Diese Hebelwirkung (Leverage) hat jedoch auch Risiken: Sinkt der Portfoliowert so sehr, dass der Lombardkredit eine Unterdeckung aufweist, kann der Broker einen Nachschuss vom Anleger verlangen oder sogar Positionen auf eigene Faust verkaufen. Lombardkredite sollten in der Folge nur von erfahrenen Anlegern mit genügend Kapitalreserven in Anspruch genommen werden.

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