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10 Dinge, die du bei der Wahl des Haushaltskontos beachten solltest

Ein Haushaltskonto (Gemeinschaftskonto) ist eine sinnvolle Sache, wenn zwei Personen in einem Haushalt zusammenleben und sich die Ausgaben des täglichen Lebens teilen möchten. Meistens werden Haushaltskonten von Paaren eröffnet, aber auch bei zusammenwohnenden Verwandten sind sie durchaus verbreitet. In diesem Artikel erfährst du 10 Dinge, die du bei der Wahl und Eröffnung des Haushaltskontos beachten solltest.

Haushaltskonto

Was ist ein Haushaltskonto?

Was ist ein Haushaltskonto

Strenggenommen ist ein Haushaltskonto einfach ein Girokonto, von dem alle Kosten des täglichen Bedarfs abgehen, wie beispielsweise die Miete, die Stromrechnung oder Ausgaben für Lebensmittel. So gesehen ist ein Haushaltskonto auch für Singles sinnvoll, die stets einen guten Überblick über die eigenen Finanzen behalten wollen. Umgangssprachlich bezeichnet ein Haushaltskonto meist jedoch ein Gemeinschaftskonto.

BIP Wichtig

Bei einem Gemeinschaftskonto handelt es sich um ein herkömmliches Girokonto, das von zwei Personen geführt wird, die im selben Haushalt leben. In welchem Verhältnis die beiden Personen zueinander stehen, spielt keine Rolle. Meist wird ein Haushaltskonto jedoch von Paaren eröffnet, zum Beispiel nachdem die erste gemeinsame Wohnung bezogen oder geheiratet wurde. Theoretisch kann man ein Haushaltskonto aber genauso mit einem Elternteil, Geschwistern oder jedem anderen  führen.

Auf ein Haushaltskonto haben beide Kontogründer Zugriff. Sie erhalten dementsprechend auch beide eine EC-Karte, um jederzeit Geld abheben zu können. Sinn eines Haushaltskontos ist meist, dass Fixkosten im Haushalt, für zum Beispiel Miete, Strom, Telefon und Versicherungen, gemeinsam getragen werden können und eben auch von einem gemeinsamen Konto abgehen. Wenn beide Partner die Miete gemeinsam tragen, ist es alleine schon verwaltungstechnisch einfacher, wenn das Geld vom gemeinsamen Haushaltskonto abgeht. Andernfalls müssten die Beträge immer wieder untereinander ausgeglichen werden, was beträchtlichen Mehraufwand bedeuten würde. Das gemeinsame Konto hilft beiden Partnern zudem, einen besseren Überblick über ihre Finanzen zu bewahren.

10 Dinge, die du bei der Wahl des Haushaltskontos (Gemeinschaftskontos) beachten solltest

#1# Kontoführung mit dem Partner planen

Kontoführung mit dem Partner planen

Ein Haushaltskonto ist im Prinzip eine gute Sache, die das Leben und auch die Beziehung zum Partner ein bisschen einfacher macht. Richtig durchdacht hilft das Gemeinschaftskonto dabei, Konflikte zwischen den Partnern zu vermeiden. Die Eröffnung eines Haushaltskontos stärkt außerdem die Beziehung, immerhin zeugt dieser Schritt von einem hohen gegenseitigen Vertrauen. Damit es aber nicht etwa doch zu Streitigkeiten ums Geld kommt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass beiden Kontoinhabern das Geld auf dem Gemeinschaftskonto gleichermaßen zusteht. Das gilt auch dann, wenn einer der beiden mehr einzahlt als der andere. Daher sollten die Partner im Vorfeld vereinbaren, wer wie viel auf das Haushaltskonto einzahlt.

#2# Verfügungsberechtigung: Oder-Konto oder Und-Konto

Verfügungsberechtigung Oder-Konto oder Und-Konto

Es gibt zwei Arten von Haushaltskonten: Beim sogenannten Oder-Konto haben beide Partner unabhängig vom anderen Verfügungsgewalt über das Konto. Das heißt, jeder kann, wann er will und ohne die Erlaubnis des anderen, von diesem Konto Geld abheben oder Überweisungen vornehmen. Das setzt natürlich genügend Vertrauen untereinander voraus.

Wesentlich seltener ist das sogenannte Und-Konto. Hierbei können Kontoaktionen nur getätigt werden, wenn beide Kontoinhaber sie bestätigen. Das hebt den eigentlichen Zweck des Haushaltskontos auf, die Finanzangelegenheiten zu vereinfachen, weil bei jeder Aktion die Unterschrift des anderen benötigt wird. Dennoch kann dies die bessere Variante sein, nämlich dann, wenn zwischen beiden Parteien nicht volles Vertrauen besteht. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn man (noch) zusammenlebt, aber eigentlich schon getrennt ist. Auch für Erbengemeinschaften, Wohngemeinschaften, Vereine etc. kommt dieses Kontomodell in Frage.

#3# Was wird von einem Haushaltskonto bezahlt

Was beim einem TodesfallErbfall zu beachten ist

Sinn und Zweck eines Haushaltskontos ist es, Fixkosten und variable Kosten zu decken, die jeden Monat anfallen. Fixkosten sind feste monatliche Beträge, die zum Beispiel für Miete, Strom oder Telefon anfallen. Variable Kosten fallen ebenfalls jeden Monat an, allerdings mit unterschiedlichen Beträgen. Hierzu gehören Ausgaben für Lebensmittel, Haushaltsprodukte oder Benzin. Damit die variablen Kosten auf jeden Fall gedeckt sind, sollte man sie großzügig kalkulieren. Besser es bleibt am Monatsende noch etwas auf dem Konto übrig, als dass das Geld nicht reicht, um alle Kosten zu decken.

#4# Jeder sollte ein eigenes Konto behalten

Jeder sollte ein eigenes Konto behalten

Wenn man zusammenlebt, ist ein Haushaltskonto eine sinnvolle Sache, um gemeinsame monatliche Ausgaben zu regeln und zu verwalten. Damit das Haushaltskonto das Leben aber wirklich vereinfacht und nicht etwa noch verkompliziert, sollten beide Partner noch ein eigenes Girokonto besitzen. Schließlich hat ein jeder noch Ausgaben, die nicht den Haushalt bzw. die Beziehung betreffen. Möchte man sich zum Beispiel mal neue Klamotten gönnen, sind Diskussionen mit dem Partner vorprogrammiert, sofern man diese vom Geld auf dem Gemeinschaftskonto bezahlt. Gehen von dem Gemeinschaftskonto außerdem regelmäßig Beträge ab, die nur einen der Partner und nicht den Haushalt betreffen, wird es schnell unübersichtlich. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und um Streit zu vermeiden, ist es daher ratsam, dass jeder noch ein eigenes Konto behält.

#5# Voraussetzungen zur Eröffnung eines Gemeinschaftskontos

Voraussetzungen zur Eröffnung eines Gemeinschaftskontos

Um ein Haushaltskonto zu eröffnen, musst du voll geschäftsfähig, also mindestens 18 Jahre alt sein. Handelt es sich bei einem der geplanten Kontoinhaber um ein Kind oder einen Jugendlichen, muss der Erziehungsberechtigte sein Einverständnis zur Kontoeröffnung geben. Viele Banken setzen außerdem voraus, dass zumindest einer der Kontoführer über eine deutsche Meldeadresse verfügt.  Bei ein paar Banken ist auch eine gemeinsame Wohnadresse nötig, um ein Gemeinschaftskonto zu eröffnen.

#6# Haftungsbedingungen

Haftungsbedingungen

Vor der Gründung eines Gemeinschaftskontos sollten sich beide Parteien darüber im Klaren sein, dass sie grundsätzlich auch für Schulden haften, die der Partner über das Konto verursacht. Kauft einer der beiden zum Beispiel ohne Wissen des anderen etwas Teures ein, überzieht das Konto damit und kann die Schulden dann nicht zurückzahlen, muss der andere unter Umständen dafür einstehen. Aus diesem Grund sollte man sich vorher überlegen, ob bei der Gründung des Gemeinschaftskontos überhaupt ein Dispositionskredit mit der Bank vereinbart wird. Da ein Dispokredit jedoch auch Vorteile mit sich bringt, sollte man ihn idealerweise einfach auf einen überschaubaren Betrag limitieren. Dann kann das Gemeinschaftskonto zum Beispiel um 200 Euro überzogen werden, aber eben nicht mehr. Somit werden unliebsame Überraschungen verhindert, wenn einer der Kontoinhaber mal über die Strenge schlägt.

BIP Vorteil

Um möglichen Komplikationen und Ärger schon im Vorfeld einen Riegel vorzuschieben, empfiehlt es sich, schriftlich mit dem Partner festzuhalten, wofür das Geld auf dem Gemeinschaftskonto vorgesehen ist und wofür es ausgegeben werden darf. Hält sich später einer der Partner nicht daran,  muss er auch alleine für die Konsequenzen geradestehen.

#7# Was beim einem Todesfall/Erbfall zu beachten ist

Was wird von einem Haushaltskonto bezahlt

Stirbt einer der beiden Kontoinhaber, kann der andere grundsätzlich weiter über das Kontoguthaben verfügen. Er muss allerdings beachten, dass ein eventueller Erbe des Verstorbenen Anspruch auf dessen Hälfte erhält. Sind zum Beispiel zum Zeitpunkt des Todes des einen Kontoinhabers 10.000 Euro auf dem Haushaltskonto, kann der andere diese 10.000 Euro theoretisch für seine Belange ausgeben. Gibt es jedoch einen rechtskräftigen Erben, kann dieser 5.000 Euro zurückfordern.

Des Weiteren hat ein Erbe die Möglichkeit, die Kontovollmacht des noch lebenden Kontoinhabers zu widerrufen. Das bedeutet, der Erbe kann durchsetzen, dass aus einem Oder-Konto ein Und-Konto wird und fortan alle Transaktionen sowohl der Zustimmung des verbliebenen Partners als auch des Erben bedingen. Mit anderen Worten, der noch lebende Kontoinhaber kann dann nicht mehr alleine über das Geld verfügen.

Handelt es sich bei dem verbliebenen Kontoinhaber zugleich um den Alleinerben, kann er natürlich frei über das Geld auf dem Gemeinschaftskonto verfügen und dieses fortan einfach alleine auf seinen Namen laufen lassen.

#8# Kündigung des Gemeinschaftskontos

Kündigung des Gemeinschaftskontos

Zur Kündigung des Gemeinschaftskontos bedarf es lediglich eines formlosen Antrags bei der Bank, der allerdings von beiden Partnern unterschrieben werden muss. Wurde vorher nichts anderes vereinbart, wird das Guthaben auf dem Konto zwischen beiden Partnern geteilt und die Angelegenheit ist erledigt. Genauso verhält es sich übrigens auch bei Schulden; auch diese werden zu je 50 Prozent aufgeteilt, ganz egal, wer sie verursacht hat.

#9# Vorgehen bei Streit oder einer Trennung

Vorgehen bei Streit oder einer Trennung

Bei einer Trennung mit bösem Blut oder heftigen Streitigkeiten ist immer auch das Vertrauen in den anderen erschüttert. Möchte man nun verhindern, dass der andere womöglich das Gemeinschaftskonto plündert, sollte man dessen Kontovollmacht unmittelbar bei der Bank widerrufen. Dadurch wird aus dem Oder-Konto ein Und-Konto und alle Transaktionen bedürfen fortan der Zustimmung beider Kontoinhaber.

Kommt es zu einer gütlichen Trennung, löst man das Gemeinschaftskonto am besten im beiderseitigen Einvernehmen auf und teilt sich, sofern zuvor nichts anderes vereinbart wurde, das Guthaben darauf. Zahlt einer der beiden Kontoinhaber regelmäßig deutlich mehr ein, sollte dieser im Vorfeld auf eine schriftliche Vereinbarung bestehen, dass ihm im Falle einer Trennung auch mehr zusteht.

#10# Ein Gemeinschaftskonto finden

Ein Gemeinschaftskonto finden

Bei der Suche nach dem optimalen Haushaltskonto hilft ein Anbietervergleich bei gängigen Online-Portalen. Generell solltest du darauf achten, dass die Kontoführung kostenlos ist und zwar bedingungslos. Also auch dann, wenn kein Geld- oder Gehaltseingang auf dem Konto erfolgt, sollte nichts dafür bezahlt werden müssen. Außerdem ist die Bargeldversorgung bei einem guten Haushaltskonto kostenlos, das heißt, es ist jederzeit eine gebührenfreie Abhebung am Geldautomaten möglich.

Üblich ist heutzutage natürlich außerdem, dass sich die Bankgeschäfte bequem von zuhause aus per Online-Banking erledigen lassen. Bei vielen Direktbanken werden die Bankgeschäfte sogar ausschließlich per Internet oder Telefon getätigt. Möchtest du einen Ansprechpartner vor Ort haben, solltest du ein Gemeinschaftskonto bei einer Bank eröffnen, die auch eine Filiale in der Nähe hat.

Darüber hinaus können Extras wie zum Beispiel kostenlose Kreditkarten für die Kontoinhaber oder ein flexibler Dispokredit bei der Wahl eines passenden Gemeinschaftskontos eine Rolle spielen.


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